Großes Stühlerücken im DAX? – Deutsche Annington und ProSiebenSat.1 auf dem Weg in den Benchmark

Die nächsten Entscheidungen des Arbeitskreises Indizes der Deutschen Börse AG könnten zu den größten Veränderungen im Leitindex DAX seit drei Jahren führen. Denn es stehen gleich zwei bisherige Index-Mitglieder auf der Kippe und werden von interessanten Nachfolgern bedrängt. Aber auch in den anderen Indizes könnte es wieder zahlreiche Veränderungen geben.

 

DAX-TafelDie heißeste Spekulation über einen Aufstieg in den MDAX dreht sich um die Deutsche Annington und ProSiebenSat.1. Aufgrund der Ranglisten der Deutschen Börse sind sie derzeit die besten Kandidaten für einen Aufstieg vom MDAX in den DAX. So lag die Deutsche Annington zum Zeitpunkt der zuletzt veröffentlichten Rangliste Ende Juli auf Platz 22 nach der Marktkapitalisierung und auf Platz 31 nach dem Handelsumsatz. Letzteres könnte sich in den letzten Wochen nochmals deutlich verbessert haben.

 

DAX: ProSiebenSat.1 als inhaltliche Bereicherung

Kurz dahinter hat sich die ebenfalls im MDAX notierte ProSiebenSat.1 eingeordnet. Sie lag Ende Juli auf Platz 28 nach der Marktkapitalisierung und auf Platz 33 nach den Handelsumsätzen. Dahinter haben sich von den DAX-Werten inzwischen RWE, Beiersdorf, K+S, Deutsche Lufthansa und Lanxess eingeordnet. Wobei die Lufthansa und auch Lanxess als besonders abstiegsgefährdet angesehen werden.

Während Lanxess mit einem Rang von 41 bei der Marktkapitalisierung und 29 nach Handelsumsätzen schon als automatischer Abstiegskandidat gilt, wäre es bei der Lufthansa (37/19) eine eher strategische Entscheidung. Denn viele rechnen damit, dass sich die Lage bei der Lufthansa weiterhin schwach zeigt oder sogar noch weiter eintrübt. Da wäre ein potenzieller Wachstumswert wie ProSiebenSat.1, der außerdem auch eine inhaltliche Bereicherung für den Index liefern könnte, interessanter.

 

MDAX: Wer nachrücken könnte

Aber auch in den anderen Indizes könnte sich einiges tun. So könnte neben dem avisierten Wechsel von Lufthansa und Lanxess in den MDAX auch noch an drei weiteren Positionen Veränderungen umgesetzt werden. Wobei Celesio als gesetzt gilt, da die Aktie demnächst vom Börsenhandel gestrichen wird. Hier steht nach Ansicht vieler Analysten bereits Alstria Office als Nachrücker bereit.

Doch auch Gerry Weber und Elringklinger gelten als abstiegsgefährdet. In der MDAX-Rangliste ist Elringklinger inzwischen auf die Plätze 58 nach Marktkapitalisierung (per Stand Ende Juli) und 47 nach Handelsumsatz abgerutscht. Gerry Weber bringt es nur noch auf die Plätze 69 und 41. Als Ersatz gilt hier vor allem der Börsenneuling Hella KGaA Hueck. Aber auch die ebenfalls erst kürzlich an die Börse gekommene Deutsche Pfandbriefbank wird als neues MDAX-Mitglied gehandelt.

 

SDAX ebenfalls auf der Tagesordnung

Sollte sich der Arbeitskreis Indizes diesbezüglich noch etwas Zeit lassen wollen, stünde eventuell noch Ströer parat mit Rangplätzen von 52 und 53. Wahrscheinlicher wäre es aber wohl, dass die Deutsche Börse mit Blick auf die Deutsche Pfandbriefbank erst einmal abwartet und den Platz nicht vorzeitig vergibt.

Letztlich könnte es dann auch im SDAX Veränderungen geben. Hier gelten Gesco und Villeroy & Boch als abstiegsgefährdet. Nachrücker könnten der Börsenneuling Sixt Leasing und WCM sein.

Ob die Erwartungen zutreffen, werden wir frühestens am 3. September erfahren, wenn der Arbeitskreis zu seiner offiziellen Sitzung zusammenkommt.

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