GSK Aktie: Neuer Krebswirkstoff überzeugt
GSK setzt in einer Phase-III-Studie auf die höhere Ris-Rez-Dosis, nachdem sie bei Lungenkrebs eine Ansprechrate von 61 Prozent erreichte.

- Höhere Dosis mit 61 Prozent Ansprechen
- Niedrigere Dosis erreicht 32 Prozent
- Schwere Nebenwirkungen bei höherer Dosis häufiger
- Phase-III-Prüfung mit 8 mg/kg läuft
Bei kleinzelligem Lungenkrebs gibt es kaum gute Optionen, viele Patienten erleiden schnell einen Rückfall. Genau dort setzt GSK mit seinem Kandidaten risvutatug rezetecan an, kurz Ris-Rez. Erste globale Daten zeigen nun ermutigende Ansprechraten.
Ansprechraten abhängig von der Dosis
Bei Ris-Rez handelt es sich um ein Antikörper-Wirkstoff-Konjugat, das auf das Protein B7-H3 zielt. Dieses kommt in mehr als zehn Arten solider Tumore stark vor. In der Phase-Ib-Dosisoptimierung der Studie EMBOLD PanTumour-101 erhielten 50 Patienten mit rezidiviertem, fortgeschrittenem kleinzelligem Lungenkrebs den Wirkstoff. Sie hatten im Median zwei Therapien hinter sich.
Die bestätigte Ansprechrate lag bei der höheren Dosis von 8 mg/kg bei 61 Prozent: 11 von 18 auswertbaren Patienten sprachen an. Bei 6 mg/kg waren es 32 Prozent, also 7 von 22.
Mehr Nebenwirkungen bei höherer Dosis
Die stärkere Wirkung hat ihren Preis. Schwere Nebenwirkungen vom Grad 3 oder höher traten bei 42 Prozent der Patienten mit der hohen Dosis auf, bei der niedrigeren Dosis bei 15 Prozent. Am häufigsten betroffen war das Blutbild. Interstitielle Lungenerkrankungen, bei dieser Wirkstoffklasse ein bekanntes Risiko, blieben mit zwei Prozent selten: Es gab einen moderaten Fall.
GSK sieht das Sicherheitsprofil als handhabbar an und wählte 8 mg/kg für die laufende globale Phase-III-Studie EMBOLD SCLC-301. Die Daten sollen auf dem Kongress der European Society for Medical Oncology in Madrid präsentiert werden.
Rückenwind aus China
Zusätzliches Gewicht bekommen die Ergebnisse durch eine pivotale Studie des chinesischen Partners Hansoh, die einen statistisch signifikanten Überlebensvorteil gezeigt hat. GSK hält die weltweiten Rechte an dem Wirkstoff, mit Ausnahme von China, Hongkong, Macau und Taiwan. Mehr als 1.000 Patienten haben den Kandidaten bereits im Studienprogramm erhalten. Neben Lungenkrebs prüft GSK ihn auch bei metastasiertem kastrationsresistentem Prostatakrebs.
Der Bedarf ist groß: Die mediane Gesamtüberlebenszeit bei fortgeschrittenem kleinzelligem Lungenkrebs liegt unter heutigen Therapien bei nur 12 bis 13 Monaten.
An der Börse blieb die Reaktion verhalten. In London gab die Aktie am Montagmorgen im Umfeld eines schwächeren Gesamtmarkts leicht nach, der FTSE 100 verlor zeitweise gut ein halbes Prozent. Für den Wert ausschlaggebend ist nun die Phase-III-Studie EMBOLD SCLC-301 mit der gewählten Dosis von 8 mg/kg.
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