Gute Zahlen für die Deutsche Börse

Die Deutsche Börse hat das Geschäftsjahr 2016 mit einem Spurt beendet, der die Zahlen in die Höhe trieb. Denn der DAX-Konzern profitierte im zweiten Halbjahr vom regen Handel an den Börsen nach der US-Präsidentschaftswahl.

Nach der Brexit-Entscheidung der Briten hatte sich der starke Handel zu Beginn des Geschäftsjahres über den Sommer etwas abgeschwächt. Allerdings kam nach dem Wahlsieg von Donald Trump wieder neuen Schwung an die Finanzmärkte.

Deutsche Börse verdient seit Herbst gut

Hieran profitierte die Deutsche Börse besonders über Gebühren. Alleine im letzten Quartal stiegen die Nettoerlöse um 12 %. Im Gesamtjahr legten sie um 8 % auf 2,39 Mrd. Euro zu. Das Ebit, also der operative Gewinn, kletterte auch dank Kostensenkungen um 18 % auf 1,11 Mrd. Euro. Unter dem Strich stieg der Gewinn in gleichem Maße auf 722 Mio. Euro.

Gut liefen im letzten Geschäftsjahr vor allem das Terminbörsensegment Eurex sowie die Abwicklungs- und Verwahrtochter Clearstream, wohingegen sich der klassische Aktienhandel etwas abschwächte. Für das neue Geschäftsjahr rechnet der Konzern mit einem erneuten Gewinnwachstum von 10 bis 15 %.

Fusion mit Londoner Börse weiter in Planung

Die Deutsche Börse und die London Stock Exchange sind weiterhin in der Planung, um der größte europäische Börsenbetreiber zu werden. Doch auf diesem Weg gibt es noch einige Stolpersteine. Zuerst überschattete die Brexit-Entscheidung die Gespräche, später folgten Ermittlungen gegen Börsenchef Carsten Kengeter wegen des Verdachts auf Insiderhandel.

Kengeter hatte am 14.12.2015 im Rahmen eines Vergütungsprogramms Deutsche-Börse-Anteile im Wert von 4,5 Mio. Euro gekauft. Zehn Wochen später machten Deutsche und Londoner Börse ihre Fusionsgespräche öffentlich. Die Aktienkurse stiegen in der Folge deutlich. Nach Erkenntnissen der Ermittler gab es schon im Sommer 2015 Gespräche beider Unternehmen über eine Fusion. Die Staatsanwaltschaft wirft Kengeter vor, seine Aktiengeschäfte auf Grundlage dieser Insiderinformationen getätigt zu haben. Er soll auch das fusionierte Unternehmen führen. Börsen-Aufsichtsratschef Joachim Faber nannte die Vorwürfe „haltlos“.

Für den Zusammenschluss wird noch die Zustimmung der EU-Wettbewerbshüter und der hessischen Börsenaufsicht benötigt. Hierzulande sorgt für Kritik, dass der rechtliche Sitz der geplanten Holding London sein soll, erst Recht nach der Entscheidung der Briten über den Austritt aus der EU.

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