Hannover Re mit Gewinnsprung – Aktie vor Korrektur

Weniger Schäden als erwartet und ein geschicktes Händchen für Finanzgeschäfte haben Hannover Re satte Gewinne beschert. Der Konzern blickt optimistisch in die Zukunft und korrigiert seine Jahresprognose deutlich nach oben. Die Aussichten für die Aktien-Entwicklung dagegen sind nicht so berauschend.

 

Hannover Rück
© Hannover Rück

Das Konzernergebnis belief sich in den letzten drei Monaten auf 252,2 Mio. Euro. Gegenüber dem Vorjahreszeitraum ist das ein Plus von 19,3%. Das EBIT stieg um 7,9% auf 360,4 Mio. Euro.

Analysten haben sowohl beim Ergebnis als auch beim EBIT mehr erwartet, womit das Ergebnis leicht unter der Markterwartung lag.

Über den Markterwartungen lagen allerdings die Prämieneinnahmen. Sie stiegen um 22% auf 4,2 Mrd. Euro an. Die EBIT-Marge war auf 10% und die Eigenkapitalrendite auf 12,5% leicht gesunken.

 

Schaden-Rückversicherungsgeschäft als Gewinntreiber

Hannover Rück profitierte in den letzten Monaten vor allem von einem guten Schaden-Rückversicherungsgeschäft. Großschäden, die das Zahlenwerk gedrückt hätten, sind glücklicherweise ausgeblieben. Dennoch sei das Marktumfeld laut dem Konzern herausfordernd und es herrsche scharfer Wettbewerb.

Auf Grund einer guten strategischen Aufstellung konnte sich der weltweit drittgrößte Rückversicherer trotzdem gut behaupten. Auch positive Wechselkurseffekte haben zu dem guten Zahlenwerk beigetragen.

 

Hannover Re hebt die Prognose an

Basierend auf dem insgesamt guten Zahlenwerk hat Hannover Re die Prognose für das laufende Jahr bestätigt. Der Rückversicherer rechnet nun mit einem Gewinn von rund 950 Mio. Euro. Bisher rechnete Hannover Rück nur mit 875 Mio. Euro. Das Bruttoprämienvolumen soll um 5% bis 10% wachsen. Sowohl in der Schaden- als auch in der Personen-Rückversicherung sei mit weiterhin steigenden Prämieneinnahmen zu rechnen.

 

Hannover-Re-Aktie: Analysten raten zum Verkauf

Die Aktie von Hannover Re hat im Juli den zweiten Anlauf in diesem Jahr gestartet, die Marke von 100 Euro nachhaltig zu knacken. Der erste Versuch im April ist gescheitert. Nach einer Konsolidierung versucht sie es nun erneut. Zwischen 96 und 98 Euro befinden sich Unterstützungen. Sollten diese fallen, drohen der Notierung fallende Kurse bis zu dem Ausgangsniveau bei rund 90 Euro.

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Laut der neusten Einstufung von JP Morgan eignen sich die aktuellen Kurse definitiv nicht für einen Einstieg. Die Analysten rechnen mit einer Korrektur und gaben der Aktie ein Kursziel von 76,40 Euro.

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