Hannover Rück mit starkem Ergebnis

Der Geschäftsbericht der Hannover Rück für die ersten neun Monate des Geschäftsjahres konnte die Erwartungen übertreffen. Dank einem Wachstum bei den Prämieneinnahmen und einem guten Kapitalanlageergebnis ist der Konzern auf einem guten Weg, die gesteckten Jahresziele zu erreichen.

 

Hannover Rück
© Hannover Rück SE

Per Ende September lag das Konzernergebnis bei 786 Mio. Euro, was einem Plus von 13% gegenüber dem Vorjahreszeitraum entspricht. Umso beachtenswerter ist dieses Ergebnis, da die Rahmenbedingungen für die Rückversicherungsbranche weiterhin angespannt sind und auch das niedrige Zinsumfeld belastet.

 

Prämieneinnahmen stark gestiegen

Grundlage für den Anstieg des Konzernergebnisses waren vor allem die gestiegenen Prämieneinnahmen. Bei den gebuchten Bruttoprämien verzeichnete die Hannover Rück einen Anstieg von 20,9% auf 12,9 Mrd. Euro. Die verdiente Nettoprämie lag bei 10,8 Mrd. Euro, ein Plus von 20,8%.

Das EBIT stieg von 1,09 Mrd. Euro im Vorjahreszeitraum auf 1,19 Mrd. Euro. Das Eigenkapital betrug per Ende September 7,7 Mrd. Euro trotz der Dividendenzahlung von 512,5 Mio. Euro.

 

Alle Sparten der Hannover Rück verzeichnen Wachstum

Die Sparte Schaden-Rückversicherung leidet immer noch unter einem hohen Druck auf Preise und Konditionen, da das Angebot weiterhin die Nachfrage übersteigt. Dennoch konnte die Hannover Rück hier mit einem Anstieg der Bruttoprämie um 20,8% auf 7,3 Mrd. Euro deutlich punkten. Der größte Einzelschaden war die Explosion im Hafen von Tianjin mit einer Schadenbelastung von 95,9 Mio. Euro. Die Schaden-/Kostenquote blieb mit 95,5% dennoch auf einem stabilen Niveau.

Mit der Entwicklung der Sparte Personen-Rückversicherung zeigte man sich im Konzern zufrieden. Die Bruttoprämie stieg auch hier deutlich um 21,1% auf 5,6 Mrd. Euro. Deutliche Wachstumsimpulse erwartet man hier künftig für die Rückversicherung von „Lifestyle“-Erstversicherungspolicen.

Auch das Ergebnis der Kapitalanlagen fiel positiv aus. Der Bestand an selbstverwalteten Kapitalanlagen wuchs auf 37,7 Mrd. Euro, was überwiegend auf Effekten aus gegenüber dem Euro aufgewerteten Währungen beruhte. Die ordentlichen Kapitalanlageerträge ohne Depotzinsen stiegen von 791,8 Mio. Euro im Vorjahreszeitraum auf 912,5 Mio. Euro an.

 

Zielsetzung bleibt bestehen

Der Vorstand geht weiterhin davon aus, die gesetzten Jahresziele für dieses Geschäftsjahr zu erreichen. Danach soll das Wachstum des Bruttoprämienvolumens auf Basis konstanter Wechselkurse zwischen 5 bis 10% liegen. Das Nettokonzernergebnis soll ca. 950 Mio. Euro erreichen unter der Voraussetzung, dass die Großschadenbelastung nicht wesentlich über den Erwartungen von 690 Mio. Euro liegt. Die Ausschüttungsquote für die Dividende soll unverändert bei 35 bis 40% des Konzernergebnisses nach Steuern liegen.

Im Januar des kommenden Jahres stehen neue Vertragserneuerungsrunden an. In diesem Zug geht Hannover Rück davon aus, dass der Druck auf Preise und Konditionen nachlassen wird. Für 2016 rechnet der Konzern währungskursbereinigt mit einer stabilen bis leicht rückläufigen Bruttoprämie. Der Nettokonzerngewinn soll bei ca. 950 Mio. Euro liegen und die Kapitalanlagerendite soll 2,9% erreichen.

 

Aktie mit leichter Korrektur

Die Aktie musste gestern leichte Verluste einstecken, nachdem am Tag zuvor ein neues Jahreshoch bei 106,05 Euro erreicht werden konnte. Die Rallye, welche die Papiere Mitte Oktober eingeläutet hatten, ist jedenfalls beachtlich. Da sollten auch solche kleineren Korrekturen nicht weiter berunruhigen.

151104 Hannover Rück

Die Aktie von Hannover Rück bleibt für uns eine klare Halten-Empfehlung. Auch die Analysten vom Bankhaus Lampe behielten ihre Einschätzung entsprechend mit einem Kursziel von 95,00 Euro, was dem Schnittpunkt der derzeitigen gleitenden 38-Tage-Linie entspricht. Grundlage für die Analyse war die Tatsache, dass die Hannover Rück den Gesamtmarkt im vergangenen Monat deutlich abgehängt hat.

%d Bloggern gefällt das: