Healwell AI Aktie: SpaceX-Position auf 23 Millionen gestiegen

Healwell AI überrascht im zweiten Quartal mit geringerem Verlust, verfehlt jedoch den Umsatz. SpaceX-Beteiligung steigert Wert deutlich.

Die Kernpunkte:
  • Verlust je Aktie geringer als erwartet
  • Umsatz leicht unter Analystenschätzung
  • SpaceX-Anteilswert steigt auf 23 Mio CAD
  • Aktie fällt nach Zahlen um 4,23 Prozent

Healwell AI hat am Donnerstag nach Handelsschluss die Zahlen für das zweite Quartal 2026 vorgelegt – mit einer Gewinnüberraschung, aber auch einem leichten Umsatzverfehlen. Das kanadische Gesundheits-KI-Unternehmen kam beim bereinigten Ergebnis je Aktie besser weg als von Analysten erwartet, blieb beim Umsatz jedoch knapp unter den Prognosen. Für zusätzliches Aufsehen sorgte einmal mehr die indirekte Beteiligung des Unternehmens an SpaceX, deren Wert sich innerhalb eines Quartals deutlich erhöht hat.

Umsatz knapp verfehlt, Gewinn überrascht

Der Umsatz aus fortgeführten Geschäftsbereichen lag im zweiten Quartal bei 33,0 Millionen US-Dollar und damit leicht unter der Analystenschätzung von 33,20 Millionen Dollar. Im Vorjahresvergleich blieb der Wert praktisch unverändert – im zweiten Quartal 2025 hatte Healwell 33,2 Millionen Dollar umgesetzt, allerdings war darin eine einmalige Erlösposition aus Beratungsleistungen enthalten, die sich in diesem Jahr nicht wiederholte. Der Bruttogewinn sank um 4 Prozent auf 17,9 Millionen Dollar von 18,7 Millionen Dollar, die Bruttomarge fiel von 56 auf 54 Prozent. Grund dafür ist eine Verschiebung des Umsatzmixes hin zu margenschwächeren, projektbasierten Aufträgen im Life-Sciences-Bereich.

Beim bereinigten Ergebnis je Aktie schlug Healwell die Erwartungen: Der Verlust fiel mit minus 0,02 US-Dollar geringer aus als die prognostizierten minus 0,0243 US-Dollar. Unter dem Strich wies das Unternehmen nach IFRS einen Nettogewinn aus fortgeführten Geschäftsbereichen von 6,4 Millionen Dollar aus – im Vorjahresquartal hatte noch ein Verlust von 4,1 Millionen Dollar zu Buche gestanden. Das bereinigte EBITDA blieb mit 1,1 Millionen Dollar positiv, fiel gegenüber den 2,3 Millionen Dollar aus dem Vorjahresquartal aber niedriger aus.

Halbjahr mit deutlichem Wachstum, SpaceX-Position wächst

Auf Halbjahressicht zeigt sich ein anderes Bild: Der Umsatz stieg um 60 Prozent auf 66,2 Millionen Dollar, der Bruttogewinn legte um 62 Prozent auf 37,4 Millionen Dollar zu. Das bereinigte EBITDA verbesserte sich von 0,1 Millionen auf 1,9 Millionen Dollar, der operative Cashflow drehte von einem Abfluss von 9,9 Millionen Dollar im Vorjahr auf einen Zufluss von 4,5 Millionen Dollar. Getragen wurde das Wachstum vor allem vom Abonnement-, Support- und Wartungsgeschäft, das im ersten Halbjahr um 76 Prozent auf 43,4 Millionen Dollar zulegte – nach 24,7 Millionen Dollar im Vorjahreszeitraum. Healwell führt dies auf die fortschreitende Integration von Orion Health und den Verkauf zusätzlicher KI-Funktionen an dessen Kundenbasis zurück.

Parallel dazu wuchs der Wert der indirekten Beteiligung an SpaceX weiter: Zum 30. Juni 2026 bezifferte Healwell diesen auf umgerechnet rund 23 Millionen kanadische Dollar, nach 4,6 Millionen kanadischen Dollar Buchwert zum 31. März. Das Unternehmen hatte die Position ursprünglich über eine Investition in xAI aufgebaut, das im Februar 2026 von SpaceX übernommen wurde. Nach Abschluss des SpaceX-Börsengangs bezifferte Healwell den Wert Mitte Juni auf rund 25 Millionen kanadische Dollar. Das Management plant, die Beteiligung nach Ablauf der üblichen Sperrfrist zu veräußern, um die Liquidität zu stärken.

Ausblick und Kursreaktion

Für das laufende Jahr hält Healwell an seinem Ziel einer bereinigten EBITDA-Marge von rund 10 Prozent bis Jahresende fest und äußert sich zuversichtlich für 2027 – gestützt auf eine wachsende Pipeline an KI-Zusatzverkäufen in die globale Orion-Kundenbasis, geplante Margenverbesserungen und einen steigenden Anteil wiederkehrender Abonnementumsätze. Auf der Governance-Seite bestätigte die Hauptversammlung Ende Juni mit 66,83 Prozent der stimmberechtigten Anteile sämtliche Beschlüsse, darunter die Bestätigung von Deloitte als Wirtschaftsprüfer und ein auf sieben Sitze fixierter Vorstand. Im April war bereits Brad Porter, Chief Commercial Officer von Healwell und Chef von Orion Health, in den Vorstand gewählt worden, während Orion-Health-Gründer Ian McCrae nach Abschluss der ersten Integrationsphase ausschied.

An der Börse kam die Zahlenvorlage nicht gut an: Am Freitag verlor die Aktie 4,23 Prozent und schloss bei 0,4190 Euro. Binnen zwölf Monaten hat sich der Kurs mit einem Minus von 52,41 Prozent mehr als halbiert und liegt damit deutlich unter dem 52-Wochen-Hoch von 1,05 Euro vom vergangenen August. Bereits Anfang Mai, vor der Veröffentlichung der Halbjahreszahlen, hatte Analyst Brian Kinstlinger von Alliance Global sein Kursziel von 2,25 auf 2,00 kanadische Dollar gesenkt und die Kaufempfehlung damals unverändert belassen.

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