Heidelberg Materials Aktie: Plant Werksschließung in Ranville
Heidelberg Materials will in Frankreich Kapazitäten abbauen, kauft in Peru zu und hält am Aktienrückkauf fest. JPMorgan bestätigt 225 Euro.

- Ranville-Schließung betrifft 87 Beschäftigte
- Kapazitäten in Europa sollen sinken
- 70-Prozent-Beteiligung in Peru vereinbart
- JPMorgan bestätigt Kursziel von 225 Euro
Der Baustoffkonzern Heidelberg Materials reagiert auf die anhaltend schwache Baukonjunktur in Westeuropa mit Einschnitten in seinem Produktionsnetz. Die französische Tochtergesellschaft Heidelberg Materials France plant die Schließung ihres Zementwerks im normannischen Ranville.
Von den Restrukturierungsplänen sind 87 Beschäftigte am Standort betroffen. Der Konzern begründet das geplante Aus für das Werk mit der spürbar gesunkenen Baunachfrage auf dem französischen Heimatmarkt.
Anpassung des europäischen Produktionsnetzwerks
Mit der beabsichtigten Stilllegung des Standorts Ranville verfolgt das Unternehmen das Ziel, seine europäischen Produktionskapazitäten an das veränderte Nachfrageniveau anzupassen. Die Fertigung soll künftig effizienter auf das bestehende Netz verteilt werden, um Überkapazitäten zu vermeiden.
Für die 87 Mitarbeiter vor Ort bedeutet das Vorhaben jedoch vorerst Ungewissheit. Heidelberg Materials prüft nach eigenen Angaben derzeit interne Versetzungen, um betroffenen Beschäftigten Weiterbeschäftigungsmöglichkeiten an anderen Standorten in Frankreich anzubieten.
Gezielte Zukäufe in Schwellenländern
Während der Konzern in reifen europäischen Märkten Kapazitäten verringert, baut er seine Präsenz in ausgewählten Wachstumsregionen aus. Am 8. September vereinbarte Heidelberg Materials den Erwerb einer Mehrheitsbeteiligung von 70 Prozent an Cementos Inka. Der Zementhersteller aus Peru befindet sich in Familienbesitz und soll die Marktposition des DAX-Konzerns in Südamerika stärken.
Parallel zu den operativen und strategischen Weichenstellungen setzt das Management sein laufendes Aktienrückkaufprogramm fort. Im Zeitraum vom 7. bis einschließlich 11. September erwarb der Konzern insgesamt 334.909 eigene Aktien über die Börse.
JPMorgan hält an Kaufempfehlung fest
Trotz des schwierigen Marktumfelds im europäischen Bausektor sehen Analysten weiterhin Erholungspotenzial für den Baustoffhersteller. Die US-Bank JPMorgan beließ ihre Einstufung für die Aktie am vergangenen Dienstag auf „Overweight“ und bestätigte ihr Kursziel von 225 Euro.
Am Aktienmarkt spiegelte sich dieser Optimismus zuletzt allerdings kaum wider. Am Freitag beendete das Papier den Handel bei einem Schlusskurs von 144,15 Euro. Damit notiert der Titel nur 0,4 Prozent über seinem 52-Wochen-Tief. Seit Jahresanfang verzeichnet die Aktie einen Kursrückgang von 36 Prozent.
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