Heidelberg Materials Aktie: Prognose auf 3,65 Milliarden gekappt

Erstmals seit 2022 steigende Absätze, doch die gesenkte Jahresprognose drückt den Kurs. Analysten bleiben trotzdem zuversichtlich.

Die Kernpunkte:
  • Erstes Mengenplus seit 2022
  • Operatives Ergebnis übertrifft Erwartungen
  • Jahresprognose wegen Energiekosten gesenkt
  • JPMorgan bestätigt Overweight-Rating

Erstmals seit vier Jahren verkauft Heidelberg Materials wieder mehr Baustoffe. Trotzdem schickt der Konzern seine Aktie auf Talfahrt. Der Grund: eine gekappte Gewinnprognose für das Gesamtjahr.

Die Aktie schloss am Freitag bei 161,65 Euro. Das sind 3,00 Prozent weniger als am Vortag. Seit Jahresbeginn steht damit ein Minus von 27,71 Prozent zu Buche.

Mengenwachstum nach langer Durststrecke

Die Absatzzahlen für das zweite Quartal 2026 bringen eine Wende. Zum ersten Mal seit dem ersten Quartal 2022 verkauft Heidelberg Materials wieder mehr Baustoffe als im Vorjahr. Das deutet auf eine Stabilisierung der globalen Baunachfrage hin.

Auch beim Umsatz und Ergebnis lief es rund. Der Quartalsumsatz kletterte um 6 Prozent auf rund 6,04 Milliarden Euro. Das operative Ergebnis (RCO) stieg um 4 Prozent auf 1,086 Milliarden Euro und übertraf damit die Analystenschätzung von rund 1,06 Milliarden Euro leicht.

Warum die Prognose den Kurs drückt

Der Ausblick auf das Gesamtjahr sorgt für den Verkaufsdruck. Heidelberg Materials engt seine Spanne für das operative Jahresergebnis auf 3,40 bis 3,65 Milliarden Euro ein. Zuvor reichte der Korridor noch bis 3,75 Milliarden Euro.

Der Konzern nennt gestiegene Energiekosten als Hauptgrund. Die geopolitischen Spannungen im Nahen Osten und der Konflikt im Iran treiben die Preise für Öl, Gas und Strom nach oben. Heidelberg Materials reagiert bereits mit Preisanpassungen und einem Treibstoffzuschlag in den Kernmärkten Europa und Nordamerika.

Analysten bleiben trotz Kursverlust optimistisch

Die US-Bank JPMorgan bestätigt nach den Zahlen ihr „Overweight“-Rating mit einem Kursziel von 250 Euro. Die Analysten betonen: Das operative Ergebnis lag trotz des schwierigen Umfelds über den Markterwartungen. Der Sektor kämpft aber weiter mit hohen Zinsen und einer schwachen privaten Bautätigkeit.

Charttechnisch steht die Aktie an einer heiklen Stelle. Mit 161,65 Euro liegt der Kurs nur noch 2,63 Prozent über dem 52-Wochen-Tief von 157,50 Euro, das erst am 31. Juli markiert wurde. Der RSI von 36,3 signalisiert eine bereits überverkaufte Aktie.

Für die kommende Woche richtet sich der Blick auf zwei Marken. Fällt der Kurs unter 157,50 Euro, drohen weitere Verkäufe. Der 50-Tage-Durchschnitt bei 176,28 Euro bildet auf der Oberseite einen deutlichen Widerstand. Makrodaten zu Inflation und Zinsentwicklung in der Eurozone und den USA dürften den Trend in den kommenden Tagen bestimmen, da die Berichtssaison der großen Baustoffkonzerne weitgehend abgeschlossen ist.

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