Heidelberg Materials Aktie: Prognose leicht gekappt
Heidelberg Materials übertrifft Erwartungen bei Umsatz und operativem Ergebnis, kappt aber die obere Gewinnprognose für das Gesamtjahr.

- Umsatz steigt auf 6,04 Milliarden Euro
- Oberes Ende der Jahresprognose gesenkt
- Sparprogramm zeigt deutliche Fortschritte
- Gewinn je Aktie leicht gestiegen
Mehr Umsatz, mehr Gewinn – und trotzdown eine vorsichtigere Jahresprognose. Heidelberg Materials zeigt am Donnerstag eine Halbjahresbilanz mit zwei Gesichtern: Die Kernmärkte erholen sich spürbar, doch am oberen Ende der Zielspanne nimmt der Baustoffkonzern selbst etwas Luft raus.
Nachfrage zieht an, Marge bröckelt
Im zweiten Quartal kletterte der Umsatz auf 6,04 Milliarden Euro, ein Plus von 6,6 Prozent auf vergleichbarer Basis und deutlich über dem Analystenkonsens von 5,81 Milliarden Euro. Das operative Ergebnis vor Abschreibungen stieg auf 1,42 Milliarden Euro und übertraf damit ebenfalls die Erwartungen. Die Umsatzrendite gab dennoch um 0,8 Prozentpunkte auf 23,4 Prozent nach – der Markt hatte mit 23,9 Prozent gerechnet.
Konzernchef Dominik von Achten führt die Belebung auf eine „erste spürbare Nachfrageerholung“ in den Kernmärkten zurück, verstärkt durch strategische Zukäufe. Für das zweite Halbjahr zeigt er sich zuversichtlich.
Gewinn legt zu, Ausblick wird enger
Unter dem Strich blieb im ersten Halbjahr ein Gewinn von 738 Millionen Euro, nach 686 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Bereinigt um Sondereffekte stieg der Gewinn auf 788 Millionen Euro, das bereinigte Ergebnis je Aktie kletterte auf 4,47 Euro von 4,38 Euro. Geholfen haben dabei geringere Abschreibungen sowie ein positiver Steuereffekt von 40 Millionen Euro aus einer Neubewertung früherer Steuerrisiken.
Für das Gesamtjahr rechnet Heidelberg Materials nun mit einem Ergebnis aus dem laufenden Geschäft zwischen 3,40 und 3,65 Milliarden Euro. Zuvor stand am oberen Rand noch ein Wert von 3,75 Milliarden Euro im Raum. Die Bandbreite nach unten bleibt damit unverändert, lediglich das obere Ende der Prognose wurde gestutzt. An der Zielmarke für die Kapitalrendite von leicht über 10 Prozent hält der Konzern fest.
Das laufende Sparprogramm „Transformation Accelerator“ liefert unterdessen zusätzlichen Rückenwind: Bis Ende Juni kamen nachhaltige Einsparungen von 440 Millionen Euro zusammen, nach 405 Millionen Euro zum Ende des ersten Quartals. Bis Jahresende soll die Marke von 500 Millionen Euro erreicht werden.
Die Aktie schloss am Mittwoch mit 168,95 Euro leicht im Minus. Ob die engere Prognose am oberen Rand die Anleger stört oder die übertroffenen Konsensschätzungen bei Umsatz und operativem Ergebnis überwiegen, dürfte sich in den kommenden Handelstagen zeigen – entscheidend wird dabei, ob die von Achten versprochene Belebung im zweiten Halbjahr tatsächlich eintritt.
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