Heidelberg Materials Aktie: Sparprogramm geht in die Verlängerung

Mehr Umsatz und operatives Ergebnis im dritten Quartal stützen den Kursanstieg, während die EBITDA-Marge leicht nachgab.

Die Kernpunkte:
  • Quartalsumsatz steigt auf rund 6,4 Milliarden Euro
  • Operatives Ergebnis wächst um rund neun Prozent
  • Weitere Einsparungen für 2027 und 2028 vorgesehen
  • Jahresprognose bleibt unverändert

Ein starker Zahlenkranz, dazu ein politisch gedrehter Markt: Heidelberg Materials war am Mittwoch der klare Gewinner im DAX. Die Aktie legte um 9,6 Prozent auf 171,50 Euro zu und erreichte das höchste Niveau seit Juli. Die Frage ist, wie viel von dieser Rally schon im Kurs steckt.

Zahlen mit kleinem Schönheitsfehler

Im dritten Quartal stieg der Umsatz um etwa zehn Prozent auf rund 6,4 Milliarden Euro. Das Ergebnis des laufenden Geschäftsbetriebs wuchs um rund neun Prozent auf etwa 1,3 Milliarden Euro. Höhere Absatzmengen und Preisanpassungen überkompensierten die gestiegenen Kosten.

Europa lieferte dabei den größten Schub, dort legte das Ergebnis um rund 15 Prozent zu. In Nordamerika waren es etwa 4 Prozent. Der Umsatz lag nach ersten Analystenkommentaren rund vier Prozent über den Erwartungen, und Jefferies hob die positive Preisentwicklung hervor.

Einen Dämpfer gab es bei der Profitabilität. Die operative EBITDA-Marge sank um etwa 0,5 Prozentpunkte auf rund 25,3 Prozent. Citigroup-Analyst Ephrem Ravi sah darin einen Punkt, der die Euphorie eigentlich hätte bremsen können. Die besseren Effizienzgewinne überdeckten das laut seiner Einschätzung jedoch.

Sparprogramm wird verlängert

Der Konzern will sein 2024 gestartetes Sparziel von 500 Millionen Euro bis Ende 2026 übertreffen. Für 2027 und 2028 plant er weitere Einsparungen von rund 300 Millionen Euro. Schwerpunkt ist das europäische Produktionsnetzwerk. JPMorgan-Analystin Elodie Rall wertete die Erhöhung positiv.

Die Jahresprognose bleibt unverändert. Der Vorstand erwartet ein Ergebnis des laufenden Geschäftsbetriebs zwischen 3,40 und 3,65 Milliarden Euro. Höhere Finanzierungs- und Energiekosten könnten vor allem den Wohnungsbau weiter belasten.

Charttechnik und Börsenumfeld

Zusätzlichen Auftrieb gab das Marktumfeld. Der DAX profitierte davon, dass die Republikaner von US-Präsident Donald Trump die Zwischenwahlen deutlich verloren haben. Marktbeobachter sehen darin eine denkbar neue Perspektive für konjunktursensible Werte.

Die Aktie kehrte über die 100-Tage-Linie zurück und nähert sich der 200-Tage-Linie bei etwa 174 Euro. Damit hat sie den schwachen September mit dem Tief von 137,20 Euro wieder aufgeholt.

Auf Jahressicht bleibt die Bilanz allerdings getrübt. Seit Jahresbeginn steht noch immer ein Minus von fast 24 Prozent zu Buche, nach dem Rekord von 241,80 Euro im Januar. Die Debatte über eine Reform des europäischen Emissionshandels hatte bis März für den Großteil des Rückgangs gesorgt. Ein Anstieg über die Marke von 174 Euro würde den ersten größeren Widerstand beseitigen.

Anzeige

Stand heute, 5. November: Heidelberg Materials – Kaufen, halten oder verkaufen?

Wer in Heidelberg Materials investiert ist oder einen Einstieg prüft, sollte die Lage jetzt neu bewerten. Die Gratis-Analyse vom 5. November gibt die klare Antwort – und zeigt, warum Abwarten gerade jetzt riskanter sein kann, als es wirkt.

Heidelberg Materials: Gratis-Analyse (PDF) öffnen …

Diskussion zu Heidelberg Materials