Heidelberg Materials Aktie: Übernimmt NCC-Geschäft in Skandinavien
Der Konzern erwirbt 106 Zuschlagstoffstandorte und 44 Asphaltwerke; der Abschluss hängt noch von behördlichen Genehmigungen ab.

- Einstieg in den skandinavischen Asphaltmarkt
- 106 Zuschlagstoffstandorte wechseln den Eigentümer
- 44 Heißasphaltwerke Teil der Vereinbarung
- Abschluss für 2027 erwartet
Der Baustoffkonzern Heidelberg Materials baut seine Präsenz in Nordeuropa deutlich aus. Über die Tochtergesellschaft Heidelberg Materials Nordics hat das Unternehmen eine verbindliche Vereinbarung zur Übernahme des Zuschlagstoff- und Asphaltgeschäfts von NCC Industry in Schweden und Norwegen unterzeichnet. Der Zukauf umfasst ein umfangreiches Netzwerk an Standorten und markiert zugleich den Einstieg in den dortigen Asphaltmarkt.
Die Transaktion basiert auf einem Unternehmenswert von rund 5,5 Milliarden schwedischen Kronen auf barmittel- und schuldenfreier Basis. Mit dem Schritt erwirbt Heidelberg Materials 106 Zuschlagstoffstandorte mit bedeutenden Reserven sowie 44 Heißasphaltwerke in den beiden skandinavischen Ländern. Bislang war der Konzern in der Region nicht im Asphaltbereich vertreten, wodurch das Portfolio nun vertikal vertieft wird.
Aufteilung des Geschäfts mit CRH
Die Veräußerung ist Teil eines größeren Verkaufs des schwedischen Baukonzerns NCC. Dieser gibt seinen gesamten Geschäftsbereich Industry für einen Gesamtwert von 8,2 Milliarden schwedischen Kronen ab. Während Heidelberg Materials die Aktivitäten in Schweden und Norwegen übernimmt, gehen die Spartenteile in Dänemark und Finnland an den irischen Baustoffkonzern CRH.
Für NCC bedeutet die gesamte Transaktion nach Unternehmensangaben einen positiven Mittelzufluss von rund 7 Milliarden Kronen bei Vollzug. Der Geschäftsbereich erzielte im Jahr 2025 einen Umsatz von 12,6 Milliarden Kronen und ein operatives Ergebnis von 879 Millionen Kronen. Der Vollzug steht unter dem Vorbehalt der behördlichen Genehmigungen, wobei NCC mit einem Abschluss in der zweiten Jahreshälfte 2027 rechnet.
Strategische Einordnung und Bewertung
Für die Heidelberger bringt der Zukauf vor allem eine verbesserte Rohstoffsicherung in zwei etablierten Kernmärkten. Nach Angaben des Unternehmens liegt der bezahlte Pro-forma-EBITDA-Multiplikator unter dem eigenen Bewertungsmultiplikator von Heidelberg Materials. Der Erwerb soll sich somit wertsteigernd in das bestehende Portfolio einfügen, ohne die Bilanz übermäßig zu strapazieren.
Der Markt reagierte verhalten auf die Nachricht aus Skandinavien. Die im DAX notierte Aktie von Heidelberg Materials verlor heute 0,5 Prozent auf 145,55 Euro. Seit Jahresanfang summiert sich das Minus im Papier auf 35 Prozent.
Mit der Einbindung von über hundert Abbaustätten sichert sich Heidelberg Materials langfristigen Zugriff auf mineralische Vorkommen in Nordeuropa. Da bis zum anvisierten Abschluss der Transaktion noch kartellrechtliche Prüfungen anstehen, werden die operativen Einheiten vorerst eigenständig weitergeführt.
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