HeidelbergCement als Profiteur des Trump-Sieges?

Am heutigen Tag gehört HeidelbergCement neben den Pharmawerten im DAX zu den wenigen Werten, die mit einem Plus aufwarten können. Was sich bei dem Unternehmen aus einer besonderen Spekulation heraus speist. Denn Anleger setzen darauf, dass der neue US-Präsident Donald Trump insbesondere in den Infrastruktur-Bau investieren lässt, was entsprechende Nachfrage auch bei den Baustoffen erwarten ließe.

© HeidelbergCement
© HeidelbergCement

Das verschafft der Aktie von HeidelbergCement heute ein eher überraschendes Plus. Denn grundsätzlich hat das Unternehmen den Markt mit seinen gleichzeitig vorgelegten Zahlen zum letzten Quartal eher enttäuscht. Obwohl man auch dabei eine recht gute Begründung hat.

Denn der Umstand, dass HeidelbergCement einen deutlichen Einbruch beim Gewinn melden musste, lässt sich gut mit den Kosten aus der Übernahme des italienischen Zementherstellers Italcementi erklären. Unter dem Strich meldete HeidelbergCement für das dritte Quartal einen deutlichen Gewinnrückgang um 29 % auf 339 Millionen €. Der Umsatz ging im Berichtszeitraum um 2 % auf 4,52 Milliarden € zurück, während der operative Gewinn nur um ein mageres Prozent auf 1,01 Milliarden € zulegen konnte. Damit blieb HeidelbergCement auch hinter den Erwartungen der Analysten zurück.

HeidelbergCement läutet Gegenbewegung bei Verschuldung ein

Ebenfalls problematisch sehen etliche Anleger das Thema Verschuldung. Nachdem es das Unternehmen geschafft hatte in den vergangenen Jahren seine Verschuldung kontinuierlich abzubauen, wird mit der Übernahme von Italcementi vorerst wieder die Gegenrichtung eingeschlagen. Denn zum Deal gehörte auch die Übernahme von Schulden, so dass zum Ende des dritten Quartals die Verschuldung um rund 2,9 Milliarden € auf nun 8,87 Milliarden € netto angestiegen ist.

Das dürfte bedeuten, dass sich HeidelbergCement in den kommenden Jahren erneut weiteren Kostensenkungsprogrammen unterwerfen wird, um zum einen die versprochenen Synergien aus der Übernahme von Italcementi zu erreichen, zum anderen auch die Nettoverschuldung wieder abzusenken. Denn das ist extrem wichtig, um am Anleihenmarkt weitere Finanzierungen und Refinanzierungen kostengünstig zu erhalten.

Ausblick wird bestätigt, aber ...

Kein Wunder also, dass sich das Management trotz der eher mauen Zahlen weiterhin optimistisch zeigt. So wird der Ausblick für das Gesamtjahr erneut bestätigt. Das gilt insbesondere für das EBITDA, das moderat bis deutlich (soll heißen hoch einstellig bis niedrig zweistellig) zulegen soll. Was das letztlich netto bedeuten soll, will HeidelbergCement aber nicht mehr sagen. Insgesamt pocht Vorstandschef Scheifele aber darauf, dass die Übernahme von Italcementi richtig war, weil man damit nun zur Nummer zwei in der Baustoffbranche geworden ist. Was nicht von der Hand zu weisen ist, da diese Position natürlich Kosten- und Vermarktungsvorteile bringt.

Die Aktie von HeidelbergCement zeigt sich heute extrem volatil. Nach einem schwachen Start aufgrund der Schockredaktion im Markt nach dem Trump-Sieg kann sich der Wert allerdings wieder deutlich erholen und liegt derzeit gut im Plus.

Wobei die heutigen Marktbewegungen gleich noch eine interessante charttechnische Erkenntnis gebracht haben. Denn HeidelbergCement konnte in der Eröffnungs-Tendenz seine 50-Tage-Linie bestätigen, was den aktuellen Trend noch nachhaltiger gestalten könnte. Insofern bleibt aus unserer Sicht HeidelbergCement eine Kauf-Empfehlung.

heidelbergcement-09-11-16

%d Bloggern gefällt das: