HeidelbergCement: Prognosen können noch nicht überzeugen

Auch für einen DAX-Konzern wie HeidelbergCement sind Kapitalmarkttage geradezu Schwerstarbeit. Denn dabei präsentiert man sich Investoren und Analysten, die meist neues hören wollen. In der Regel geht es dabei um Konkretisierungen bekannter Prognosen für das laufende und folgende Geschäftsjahre. So auch diesmal.

Denn der Baustoffkonzern lieferte erwünschtes und gab für die nächsten drei Geschäftsjahre eine neue Schätzung zu verschiedenen Finanzindikatoren bekannt. Der sicherlich wichtigste Aspekt: HeidelbergCement will bis 2020 einen freien Cashflow von rund 6 Milliarden Euro erwirtschaften. Für viele Analysten ist diese Kennzahl inzwischen weitaus wichtiger als beispielsweise EBITDA und erst recht Reingewinn.

HeidelbergCement bleibt auf Schuldenabbau fokussiert

Gleichzeitig bestätigte man auch die Prognose für das laufende Jahr. Diese geht davon aus, dass HeidelbergCement das EBITDA um rund 5 % steigern wird. Dies soll auch bis 2020 jährlich gelten. Darüber hinaus will man weiterhin am Abbau der Schulden arbeiten. Die Nettoverschuldung will das Unternahmen auf unter 7 Milliarden Euro senken. Damit will sich HeidelbergCement bei den Ratingagenturen eine bessere Bonitätseinstufung erarbeiten. Was dann zur Folge hätte, dass sich der Konzern am Kapitalmarkt preiswerter refinanzieren könnte.

Auch die Aktionäre sollen an den Fortschritten beteiligt werden. Hier plant HeidelbergCement weiterhin, die Ausschüttungsquote von rund 40 % stabil zu halten. Damit dürften auf Sicht der nächsten Jahre dann natürlich die Dividendenzahlungen nominal erhöht werden.

Aktie darf sich keinen Patzer erlauben

Ganz so überzeugt scheinen die Anleger am Markt derzeit aber noch nicht von den eigentlich positiven Prognosen zu sein. Jedenfalls verbucht die Aktie heute einen kleinen Abschlag. Das könnte natürlich auch gut an der eh etwas durchwachsenen Gesamtperformance des Marktes liegen. Allerdings darf sich der Baustoff-Spezialist hier nicht allzu viel erlauben, weil sonst die Erholungsphase nach dem Tief bei zeitweise unter 75 Euro in Gefahr gerät. Hier steht HeidelbergCement gerade kurz vor einem Break-Versuch durch die 50-Tage Linie bei 80 Euro. Gelänge dies, wäre auch die 100-Tage-Linie bei derzeit rund 82 Euro in Griffweite.

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