Heidelberger Druck Aktie: Zwei Termine, zwei Richtungen
Heidelberger Druckmaschinen verzeichnet solides Wachstum im Druckgeschäft, während die neue Drohnenabwehrsparte ONBERG noch auf Umsätze wartet. Zwei kommende Termine sind entscheidend für die Bewertung.

- Solides Umsatzwachstum im Kerngeschäft Druckmaschinen
- Neue Defense-Sparte ONBERG mit späteren Erlöserwartungen
- Insolvenz des Partners Manroland belastet kurzfristig
- Zwei wichtige Termine als nächste Prüfpunkte
Druckmaschinen und Drohnenabwehr — Heidelberger Druckmaschinen erfindet sich gerade gleich doppelt neu. Das Kerngeschäft wächst solide, die neue Defense-Sparte steht noch auf wackligem Fundament. Investoren honorieren das bislang kaum.
ONBERG: Struktur steht, Erlöse kommen später
Mit dem Joint Venture ONBERG Autonomous Systems, an dem Heidelberger über seine Tochter HD Advanced Technologies 49 Prozent hält, soll der europäische Markt für Drohnenabwehr erschlossen werden. Partner ist Ondas Autonomous Systems, ein amerikanisch-israelischer Spezialist für autonome Verteidigungs- und Sicherheitssysteme. Erste Lieferungen des Systems „Iron Drone Raider“ sowie verschiedener ISR-Plattformen sind für Deutschland und die Ukraine geplant. Das Heidelberg-Werk in Brandenburg an der Havel wird zum Kompetenzzentrum für Drohnentechnologie ausgebaut.
Das Marktpotenzial beziffert Ondas auf rund 9,8 Milliarden US-Dollar weltweit über fünf Jahre. An der Börse zieht das bislang nicht: Erste signifikante Umsatzbeiträge werden frühestens im zweiten Halbjahr 2026 erwartet, den operativen Break-even peilt das Management zwölf Monate nach dem vollständigen Anlauf an. Aufbaukosten jetzt, Erträge irgendwann — Investoren gewichten dieses Verhältnis erkennbar kritisch.
Kerngeschäft wächst, Manroland belastet
Im Druckgeschäft läuft es besser als der Kurs vermuten lässt. In den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres 2025/26 stieg der Umsatz auf 1,6 Milliarden Euro, ein Plus von rund sechs Prozent trotz negativer Währungseffekte von 44 Millionen Euro. Die bereinigte EBITDA-Marge verbesserte sich von 5,7 auf 7,1 Prozent. Das Jahresziel — 2,35 Milliarden Euro Umsatz und eine operative Marge von bis zu 8 Prozent — hält das Management aufrecht.
Ein Störfaktor ist die Insolvenz des Kooperationspartners Manroland Sheetfed, der im März ein Schutzschirmverfahren anmeldete. Heidelberger übernimmt nun die alleinige Verantwortung für die gemeinsam entwickelte Maschine Cartonmaster CX 145 — das bindet kurzfristig Ressourcen im Vertrieb und Service. Die erste Demonstrationsmaschine soll Anfang April in Wiesloch-Walldorf installiert werden. Mittelfristig eröffnet die Situation jedoch die Chance auf eigenständige Vermarktung.
Zwei Termine als Gradmesser
Die Aktie hat seit Jahresbeginn rund 34 Prozent verloren und notiert deutlich unter ihrem 200-Tage-Durchschnitt von 1,86 Euro. Das Überqueren der 38-Tage-Linie Anfang April ist ein technisches Signal, das an den grundsätzlichen Problemen wenig ändert.
Mitte April will das Management technische Details und eine Roadmap für die Defense-Sparte vorstellen — das ist der nächste Prüfpunkt für die Glaubwürdigkeit der Transformation. Der entscheidendere Termin folgt am 10. Juni 2026, wenn die vollständigen Zahlen für das vierte Quartal erscheinen. Dann wird sich zeigen, ob die Margen im Kerngeschäft trotz der laufenden Investitionskosten stabil bleiben. Die Hauptversammlung am 23. Juli dürfte das Bild vervollständigen — vorausgesetzt, das Management liefert bis dahin konkrete Zahlen statt weiterer Ankündigungen.
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