Heidelberger Druck: Auftragsbestand auf 762 Millionen Euro
Heidelberger Druckmaschinen erweitert sein Geschäft um Verteidigung, Speicher und E-Mobilität, bestätigt Ziele und bereitet Führungswechsel vor.

- Neue Märkte neben dem Druckgeschäft
- Auftragsbestand erreicht 762 Millionen Euro
- Erstes Quartal mit negativem Cashflow
- Christoph Burkhard wird Finanzvorstand
Heidelberger Druckmaschinen forciert den Wandel von einem reinen Druckmaschinenhersteller hin zu einem breit aufgestellten Industriekonzern. Im Rahmen der Strategie „Driving High-Tech“ präsentierte das Management auf der German Select VIII Conference am 25. August den Fortschritt dieser Transformation.
Das Unternehmen zielt verstärkt auf neue Geschäftsfelder ab, die über das klassische Kerngeschäft hinausgehen. Dazu gehören insbesondere die Bereiche Verteidigung, Energiespeicher, kritische Infrastruktur sowie die E-Mobilität.
Strategische Neuausrichtung in neue Wachstumsfelder
Ein zentraler Baustein dieser Diversifizierungsstrategie ist der Ausbau industrieller Lösungen. So wurde im laufenden Jahr unter der Bezeichnung HEIDELBERG Industrial Solutions die Betriebstätigkeit in Nordmazedonien aufgenommen.
Das Unternehmen strebt danach, seine technologische Kompetenz in der Systemintegration auf neue Märkte zu übertragen. Unterstützt wird dieser Kurs durch die bereits vollzogenen Akquisitionen von manroland sheetfed und POLAR. Diese Zukäufe dienen dazu, die Reichweite im Servicegeschäft und in der Systemintegration nachhaltig zu stärken.
Operative Entwicklung im ersten Quartal
Die Mitte August veröffentlichten Zahlen für das erste Quartal des Geschäftsjahres 2026/2027 verdeutlichen die aktuelle Übergangsphase. Laut Unternehmensangaben lag der Nettoumsatz im Zeitraum bis zum 30. Juni bei 404 Millionen Euro.
Trotz eines herausfordernden Marktumfelds blieb der Auftragseingang mit 537 Millionen Euro stabil auf einem Niveau, das lediglich 4 Prozent unter dem Vorjahreswert lag. Positiv wertete das Management den Anstieg des Auftragsbestands auf nunmehr 762 Millionen Euro.
Dies schlägt sich in einem Book-to-Bill-Verhältnis von etwa 1,3 nieder, was auf eine solide künftige Auslastung hindeutet. Dennoch belasteten saisonale Effekte durch Lageraufbau sowie Ausgaben für die strategischen Projekte und Akquisitionen die Liquidität.
Medienberichten zufolge wies der Free Cash Flow für das Auftaktquartal einen negativen Wert von 77 Millionen Euro aus. Trotz dieser kurzfristigen Belastungen bestätigte die Konzernführung die für das Gesamtjahr gesteckten Ziele.
Analysten-Echo und personelle Weichenstellungen
Die Entwicklung an der Börse spiegelt die Erwartungshaltung der Anleger wider. Am gestrigen Donnerstag schloss die Aktie im deutschen Handel bei 1,46 Euro. Damit notiert das Papier aktuell 3,8 Prozent über seinem gleitenden Durchschnitt der letzten 50 Tage, der bei 1,41 Euro verläuft. Mit Blick auf den bisherigen Jahresverlauf steht jedoch ein Minus von 28 Prozent zu Buche.
Analysehäuser bewerten die langfristigen Aussichten weiterhin konstruktiv. So bestätigte Warburg Research am 20. August die Einstufung für den Titel mit „Buy“. Parallel zur strategischen Neuausrichtung stellt sich das Unternehmen auch personell neu auf.
Zum 1. Oktober wird Christoph Burkhard, der zuvor für Wacker Neuson tätig war, das Amt des Finanzvorstands übernehmen. Zudem unterstreichen Insider-Aktivitäten das Vertrauen in den Kurs: Eine Mitteilung vom 20. August wies Jürgen Paul Otto als Käufer von Anteilen aus.
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