Heidelberger Druck: Gründet Drohnenabwehr-Gemeinschaftsunternehmen

Heidelberger Druckmaschinen gründet mit Ondas ein Drohnenabwehr-Unternehmen und baut den Standort Brandenburg zum Zentrum für autonome Systeme aus.

Die Kernpunkte:
  • Gemeinschaftsunternehmen ONBERG mit Ondas
  • Autonome Systeme schützen kritische Infrastruktur
  • Brandenburg wird industrieller Kompetenzstandort
  • Aktie verliert 0,8 Prozent auf 1,36 Euro

Der Druckmaschinenhersteller Heidelberger Druckmaschinen baut sein Engagement außerhalb des angestammten Kerngeschäfts weiter aus. Gemeinsam mit dem US-Unternehmen Ondas betreibt der Konzern das Gemeinschaftsunternehmen ONBERG Autonomous Systems.

Die Kooperation bündelt die Aktivitäten über die Unternehmenstochter HD Advanced Technologies GmbH, an der Heidelberg sämtliche Anteile hält.

Gemeinschaftsunternehmen für autonome Schutzsysteme

Das neu formierte Unternehmen zielt darauf ab, als europäischer Komplettanbieter für autonome Drohnenverteidigungssysteme aufzutreten. Die Technologie soll vor allem zum Schutz kritischer Infrastruktur, an Grenzabschnitten sowie auf nationalen Sicherheitsarealen zum Einsatz kommen. Dabei werden Abwehr- und Überwachungstechnologien von Ondas – darunter Systeme zur Drohnenaufklärung und die Technologie Iron Drone Raider – mit den industriellen Fertigungskapazitäten von Heidelberger Druckmaschinen kombiniert.

Heidelberg bringt dafür ein weltweites Produktionsnetzwerk und industrielle Erfahrung ein. Das Unternehmen beschäftigt rund 9.500 Mitarbeiter und verfügt über Vertriebs- und Servicestrukturen in etwa 170 Ländern.

Heidelberg-Vorstandschef Jürgen Otto treibt die Initiative gemeinsam mit Ondas-Chef Eric Brock und Oshri Lugassy voran. Das operative Konzept sieht vor, in einer ersten Phase Projekte in Deutschland sowie in der Ukraine zu bedienen, bevor weitere europäische Märkte erschlossen und mit lokaler Montage beliefert werden.

Standort Brandenburg wird Kompetenzzentrum

Im Zentrum der industriellen Umsetzung steht das Werk in Brandenburg an der Havel. Dieser Standort soll zu einem Kompetenzzentrum für autonome Verteidigungssysteme ausgebaut werden, an dem die mechanische Fertigung und die Systemintegration zusammenlaufen. Heidelberg nutzt damit bestehende Werksstrukturen für den Vorstoß in einen Markt, der durch die veränderte europäische Sicherheitslage an Bedeutung gewinnt.

Parallel zu dieser Diversifizierung arbeitet der Konzern an der Stärkung seines angestammten Maschinen- und Dienstleistungsgeschäfts.

Technologie- und Vertriebsvorstand Dr. David Schmedding zielt mit dieser Einbindung des globalen Lifecycle- und Service-Geschäfts auf eine Festigung der Marktpräsenz und steigende Erlöse aus der Maschinenbetreuung.

Zurückhaltende Reaktion an der Börse

Am Aktienmarkt spiegeln sich die operativen Neuausrichtungen bislang kaum wider. Das Papier von Heidelberger Druckmaschinen notiert heute mit einem Abschlag von 0,8 Prozent bei 1,36 Euro. Seit Jahresanfang verzeichnet die Aktie einen Wertverlust von 33 Prozent, womit sie sich unweit ihres Jahrestiefs von 1,29 Euro bewegt.

Während der Wandel im Servicegeschäft auf laufende Kundenverträge setzt, muss das neue Verteidigungsbündnis in den kommenden Monaten seine Tragfähigkeit in den ersten Zielmärkten unter Beweis stellen.

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