Heidelberger Druck: Kooperation mit Skyeton für Drohnenabwehr

Heidelberger Druckmaschinen erweitert sein Geschäft, während Umsatz und Marge sinken. Die Aktie erholt sich trotz schwacher Quartalszahlen.

Die Kernpunkte:
  • Kooperation mit Skyeton zur Drohnenabwehr
  • Energiespeicher als neues Geschäftsfeld
  • Umsatz und EBITDA-Marge deutlich gesunken
  • Aktie binnen 30 Tagen 13 Prozent höher

Heidelberger Druckmaschinen sucht abseits des klassischen Druckmaschinengeschäfts nach neuen Standbeinen. Der Konzern kündigte den Einstieg in die Geschäftsfelder Drohnenabwehr und Energiespeicher an – ein strategischer Schritt, der über die reine Zahlenlage des vergangenen Quartals hinausweist und die Aktie zuletzt gestützt hat.

Kooperation mit ukrainischem Partner

Für den Vorstoß in die Drohnenabwehr geht Heidelberger Druckmaschinen eine Zusammenarbeit mit dem ukrainischen Entwickler Skyeton ein. Gemeinsam sollen autonome Luft-Boden-Systeme entstehen.

Der Schritt reiht sich in eine Reihe von Bemühungen des Traditionskonzerns ein, das industrielle Know-how aus dem Maschinenbau in wachstumsstärkere Segmente zu übertragen – Rüstungstechnologie und Energiespeicher gelten als Felder mit strukturell steigender Nachfrage in Europa.

Zahlen bleiben angespannt

Die operative Ausgangslage, vor rund zwei Wochen mit der Quartalsmitteilung offengelegt, bleibt dabei schwierig. Der Umsatz sank im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2026/2027 auf 404 Millionen Euro nach 466 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum, die bereinigte EBITDA-Marge brach auf 0,2 Prozent nach 4,4 Prozent ein.

Unter dem Strich stand ein Nachsteuerverlust von 32 Millionen Euro nach einem Minus von 11 Millionen Euro im Vorjahr. Reuters nannte als Belastungsfaktor unter anderem das Auslaufen eines staatlichen Förderprogramms in Italien. Der Auftragseingang gab um knapp 4 Prozent auf 537 Millionen Euro nach.

Trotz des schwachen Starts hielt der Vorstand an der Jahresprognose fest: Der Konzernumsatz soll auf Vorjahresniveau stabil bleiben, die bereinigte EBITDA-Marge sich gegenüber dem Vorjahr spürbar verbessern. Diese Bestätigung ist bereits verarbeitet – seither hat sich der Kurs deutlich erholt.

Kurs zeigt Erholung, Führung im Umbruch

Am Freitag schloss die Aktie bei 1,54 Euro, ein Plus von 1,7 Prozent auf Tagesbasis. Über die vergangenen 30 Tage summierte sich der Anstieg auf 13 Prozent – ein Zeichen, dass Anleger die strategische Neuausrichtung positiver bewerten als die reinen Quartalszahlen vermuten lassen. Seit Jahresbeginn steht das Papier dennoch mit 24 Prozent im Minus.

Parallel zur strategischen Weichenstellung vollzieht der Konzern einen Wechsel an der Finanzspitze: Christoph Burkhard übernimmt zum 1. Oktober das Amt des Chief Financial Officer, Volker Herdin scheidet zum 30. September aus dem Finanzressort aus – eine Personalie, die am vergangenen Mittwoch bekannt wurde und den Kurs seither um 4,8 Prozent hat steigen lassen.

Anleger setzen auf den Umbau

Für Anleger verdichtet sich damit ein Bild: Heidelberger Druckmaschinen versucht, operative Schwäche im Kerngeschäft durch neue Wachstumsfelder und eine erneuerte Führungsspitze zu kompensieren.

Ob Drohnenabwehr und Energiespeicher tatsächlich zu tragenden Umsatzsäulen werden, lässt sich noch nicht beziffern – die Ankündigung bleibt vorerst eine strategische Absichtserklärung ohne konkrete Umsatzgröße.

Die Marktreaktion der vergangenen Wochen zeigt jedoch, dass ein Teil der Investoren dem Umbau bereits Vorschusslorbeeren erteilt, während die fundamentalen Kennzahlen des laufenden Geschäftsjahres noch keinen Anlass zur Entwarnung geben.

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