Heidelberger Druck: Starker Auftritt, wo liegen die nächsten Ziele?

Mit solch einer Reaktion haben wohl auch die Verantwortlichen beim Druckmaschinen-Spezialisten Heidelberger Druck nicht gerechnet. Denn nachdem man die vorläufigen Zahlen für das erste Fiskalquartal 2015/16 bekannt gegeben hatte, schoss die Aktie um mehr als 10% in die Höhe.

 

© HeidelbergerDruck
© HeidelbergerDruck

Was allerdings auch nachzuvollziehen ist. Denn nachdem Unternehmen und Aktionäre in den letzten Jahren durch ein Tal der Tränen gegangen waren, scheint Heidelberger Druck nun endlich wieder auf echtes Wachstum ausgerichtet zu sein.

Zu verdanken hat man das zum einen der Übernahme der PSG-Gruppe (Printing Systems Group) Ende März. Mit der Neuerwerbung will Heidelberger Druck vor allem in den Bereich Service und Verbrauchsmaterialien expandieren, was angesichts der nun vorgelegten Zahlen scheinbar auch schnell gelingt. Zum anderen kann aber das Unternehmen auch selbst höhere Auftragseingänge und Service-Umsätze verbuchen.

 

Umsatz von Heidelberger Druck wächst auch organisch

So konnte der Umsatz nach vorläufigen Zahlen um 28,7% auf 560 Mio. Euro gesteigert werden. Wobei ein Detail nicht unterschlagen werden sollte. Denn wenn man davon ausgeht, dass die PSG-Gruppe einen geschätzten Jahresumsatz von 130 Mio. Euro mit eingebracht hat und man das auf das Quartalsergebnis herunterbricht, wird klar, dass der Großteil des Umsatzzuwachses Heidelberger Druck eben selbst zu verantworten hatte.

 

Vor Steuern wird aus Verlust Gewinn

Positiv sieht es auch auf der Gewinnebene aus. Auch hier sorgten Sondereinflüsse aus der Übernahme für einen größeren Schub, der aber auch ohne Zukauf deutlich ausgefallen wäre. So konnte Heidelberger Druck jedenfalls beim EBITDA eine Ergebnisverbesserung von 6 Mio. Euro im Vorjahr auf 46 Mio. Euro aktuell vorweisen. Beim EBIT wurde der vorjährige Verlust in Höhe von 11 Mio. Euro auf einen Gewinn bei 28 Mio. Euro verbessert.

Diese Zahlen bildeten letztlich die Grundlage für den heutigen Kurssprung, der die Charttechnik kräftig verbessert. Wobei Anleger jetzt auf Folgendes achten müssen.

 

Charttechnik liefert neue Kaufansätze

Mit dem Kurssprung hat Heidelberger Druck nicht nur den vorherigen Abwärtstrend (zuletzt bei rund 2,12 Euro) signifikant überwunden, sondern nun auch die 100-Tage-Linie, die sich nun zu einer guten Unterstützung wandeln sollte. Bei rund 2,60 Euro wartet der nächste Widerstand. Gelingt der Break, wäre der Weg theoretisch bis in den Bereich von 3 bis 3,20 Euro frei.

Heidelberger-Druck-21-07-15

Wobei man sich immer wieder vor Augen führen muss: Vor 2007 hatte die Aktie auch schon bei 26 Euro notiert. Das ist zwar noch Zukunftsmusik, doch wenn Heidelberger Druck seine positiven Ergebnisse verstetigen kann, halten wir auf absehbare Zeit Kurse mindestens um die 10 Euro für machbar.

 

 

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