Heidelberger Druck: Urbinati verlässt Gallus-Spitze
Gallus plant einen Wechsel an der Spitze; zugleich meldet Heidelberger Druckmaschinen neue Aufträge und eine Pharmakooperation.

- Urbinati soll CEO-Posten im November verlassen
- Bsirske soll vorläufig die Führung übernehmen
- Boerner leitet seit Oktober den weltweiten Vertrieb
- Aktie seit Jahresbeginn 32 Prozent im Minus
Medienberichten zufolge steht bei der Gallus Group, einer Tochtergesellschaft von Heidelberger Druckmaschinen, eine Veränderung an der Führungsspitze an. Demnach soll Dario Urbinati zum 1. November 2026 als Chief Executive Officer des Unternehmens ausscheiden.
Die Position an der Spitze soll Michael Bsirske interimistisch übernehmen. Neben der Nachfolge im Management stellte das Unternehmen auch den Vertrieb neu auf: Uwe Boerner wurde mit Wirkung zum 1. Oktober zum Head of Global Sales ernannt.
Workflow-Plattform und Maschinentechnik im Verpackungsdruck
Die Neuordnung im Tochterunternehmen fällt in eine Phase, in der Heidelberger Druckmaschinen seine Software- und Workflow-Lösungen in der Druckbranche platziert.
Beim Verpackungs- und Etikettendrucker Sade Ofset mit Sitz in Istanbul kommt künftig Prinect Production von HEIDELBERG als zentrale Plattform für den Workflow zum Einsatz. Zudem verweist die entsprechende Unternehmensmitteilung darauf, dass der Druckbetrieb zuvor bereits in eine Speedmaster CX 104 investiert hat.
Kooperation im Pharmasegment und Maschinenauftrag
Neben Software-Installationen setzt das Unternehmen auf die Zusammenarbeit mit externen Logistikspezialisten. So vereinbarten Heidelberger Druckmaschinen und die pfenning-Gruppe eine strategische Zusammenarbeit. Kern der Kooperation ist die Verbindung von Druck, Verpackung und Logistik mit einem spezifischen Fokus auf Pharmaverpackungen. Zu den finanziellen Konditionen dieser Partnerschaft machten die beiden Partner keine Angaben.
Parallel dazu investierte die britische Online-Druckerei Route 1 Print in die Erweiterung ihrer Kapazitäten. Das Unternehmen orderte zwei Speedmaster XL 106 von HEIDELBERG, um den Maschinenpark auszubauen. Auch in diesem Fall nannte die offizielle Unternehmensmeldung keinen finanziellen Auftragswert für die Lieferung.
Kursverlauf spiegelt Zurückhaltung wider
An der Börse zeigt sich bei den Anlegern weiterhin Zurückhaltung mit Blick auf die Geschäftsentwicklung. Das Papier von Heidelberger Druckmaschinen verabschiedete sich am Freitag bei einem Schlusskurs von 1,38 Euro in das Wochenende. Auf Jahressicht ergibt sich daraus ein deutlicher Rückgang: Seit Jahresanfang verzeichnet die Aktie ein Minus von 32 Prozent. Damit bewegt sich der Kurs gegenwärtig unterhalb des 200-Tage-Durchschnitts von 1,50 Euro.
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