Heidelberger Druckmaschinen Aktie: 600 Mitarbeiter wechseln zu Heidelberg

Heidelberg übernimmt Manroland-Servicegeschäft, streicht Stellen und plant Verlust. Die Dividende fällt aus, Analysten bleiben optimistisch.

Die Kernpunkte:
  • Servicegeschäft von Manroland übernommen
  • Stellenabbau in Wiesloch-Walldorf
  • Joint Venture für Drohnenabwehr gestartet
  • Dividende für 2026/27 gestrichen

Heidelberger Druckmaschinen kauft das Lifecycle-Geschäft der insolventen Manroland Sheetfed — und setzt damit auf margenstarke Serviceeinnahmen statt auf neue Maschinen. Analysten applaudieren. Die Aktie bleibt trotzdem unter Druck.

Manroland-Übernahme: Was Heidelberg gewinnt

Die Akquisition umfasst das Service- und Ersatzteilgeschäft sowie die globale Vertriebsstruktur von Manroland Sheetfed. Rund 600 Mitarbeitende wechseln zu Heidelberg. Hinzu kommen über 3.000 Kunden weltweit, die das Servicenetzwerk sofort erweitern.

Warburg Research hat daraufhin die Einstufung von „Halten“ auf „Kaufen“ angehoben. mwb research bestätigte ebenfalls ein „Kaufen“-Rating. Beide Häuser sehen Cross-Selling-Potenzial bei Ersatzteilen, Software und Verbrauchsmaterialien. Außerdem sichert sich Heidelberg das geistige Eigentum für Großformat-Bogenoffsetmaschinen wie die Roland 900 und den Cartonmaster.

Produktion nach China, Stellen weg, Drohnen rein

Der Umbau geht weit über die Manroland-Transaktion hinaus. Das Flaggschiff-Modell Speedmaster CX 104 produziert Heidelberg künftig vollständig in China. Die Montage in Nordmazedonien baut der Konzern aus. Am Stammsitz Wiesloch-Walldorf fallen rund 450 Stellen weg. Über 550 Aufhebungsverträge hat das Unternehmen bereits abgeschlossen.

Parallel dazu startet das Joint Venture ONBERG — seit April 2026 in Betrieb. Das Ziel: Einstieg in die Drohnenabwehr. Bis zu 200 Mitarbeiter aus dem Kerngeschäft sollen dorthin wechseln.

Verlust geplant, Dividende gestrichen

Die Transformation kostet. Für das Geschäftsjahr 2026/27 erwartet der Vorstand einen Nettoverlust im niedrigen zweistelligen Millionenbereich — bei stabilen Umsätzen. Anlaufkosten für neue Geschäftsfelder und hohe Strukturkosten belasten die Bilanz. Im laufenden Geschäftsjahr 2025/26 erzielte Heidelberg noch einen Nettogewinn.

Aktionäre gehen leer aus. Der Vorstand schlägt die Streichung der Dividende vor. Die Hauptversammlung stimmt darüber im Juli 2026 ab.

Die Aktie notiert bei 1,42 Euro — fast 44 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch vom Juli 2025 und rund 17 Prozent unter dem 200-Tage-Durchschnitt. Seit Jahresbeginn verlor das Papier knapp 30 Prozent. Ob die Serviceoffensive und das Drohnen-Engagement den Kurs drehen, entscheidet sich erst, wenn ONBERG erste Umsätze liefert und die Manroland-Integration Wirkung zeigt.

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