Heidelberger Druckmaschinen Aktie: Burkhard wird neuer Finanzvorstand

Heidelberger Druckmaschinen bestellt Christoph Burkhard zum Finanzvorstand. Der Wechsel erfolgt nach schwachen Quartalszahlen mit Umsatzrückgang und Nettoverlust.

Die Kernpunkte:
  • Burkhard folgt auf Herdin
  • Umsatz sinkt um 13 Prozent
  • Nettoverlust von 32 Millionen Euro
  • Jahresprognose bleibt bestehen

Heidelberger Druckmaschinen wechselt an der Konzernspitze die Finanzverantwortung aus, während das Unternehmen zugleich schwache Quartalszahlen verarbeitet.

Christoph Burkhard, 62 Jahre alt, übernimmt zum 1. Oktober den Posten des Finanzvorstands. Er folgt auf Volker Herdin, der in den Ruhestand geht. Burkhard war zuletzt CFO bei Wacker Neuson und davor bei Nordex tätig – zwei Industriekonzerne mit ähnlich zyklischen Geschäftsmodellen wie Heidelberger Druckmaschinen selbst.

Der Wechsel an der Finanzspitze fällt in eine Phase, in der das Unternehmen operativ unter Druck steht. Am Mittwoch meldete Heidelberger Druckmaschinen für das erste Quartal des Geschäftsjahres 2026/2027, das bis Ende Juni lief, einen Umsatzrückgang von gut 13 Prozent auf 404 Millionen Euro. Das bereinigte EBITDA brach von 20 Millionen Euro im Vorjahr auf nur noch eine Million Euro ein, unter dem Strich stand ein Nettoverlust von 32 Millionen Euro. Besonders die Region EMEA schwächelte, während China, Großbritannien und Brasilien Zuwächse verzeichneten.

Neuer CFO trifft auf angespanntes Zahlenwerk

Für Burkhard bedeutet der Antritt keinen sanften Einstieg. Der Auftragseingang sank im ersten Quartal um 4 Prozent auf 537 Millionen Euro, ein Signal, dass sich die Konjunkturflaute nicht kurzfristig auflöst. Dennoch hält das Management an seiner Jahresprognose fest: Der Konzernumsatz soll auf Vorjahresniveau stabil bleiben, die bereinigte EBITDA-Marge soll sich spürbar verbessern.

Ob diese Rechnung aufgeht, hängt maßgeblich davon ab, wie schnell sich die im ersten Quartal abgeschlossenen Zukäufe – das Lifecycle-Geschäft von manroland sheetfed und die POLAR-Produktion – ins operative Ergebnis einarbeiten lassen.

Der künftige Finanzchef bringt aus seinen vorherigen Stationen Erfahrung mit Umbau- und Restrukturierungsphasen mit. Bei Heidelberger Druckmaschinen dürfte diese Erfahrung gefragt sein, denn neben der Integration der Zukäufe treibt das Unternehmen parallel neue Geschäftsfelder voran: eine angestrebte Partnerschaft mit dem Drohnenhersteller SKYETON über die Tochter ONBERG für europäische Verteidigungsanwendungen sowie den Einstieg in Natrium-Ionen-Batteriespeicher. Die Sparte HD Advanced Technologies fertigt bereits Batteriespeicher-Gehäuse für den Partner PHENOGY.

Kursreaktion bleibt verhalten

An der Börse reagierten Anleger auf die Nachrichtenlage moderat: Die Aktie schloss am Mittwoch bei 1,44 Euro, ein Plus von 1,5 Prozent gegenüber dem Vortag.

Auf Jahressicht steht Heidelberger Druckmaschinen dennoch mit 29 Prozent im Minus, der Titel notiert derzeit rund 40 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch von 2,40 Euro vom 3. Oktober. Die Marktkapitalisierung liegt bei knapp 437 Millionen Euro.

Für Anleger verdichten sich damit zwei Entwicklungsstränge: ein Konzern, der sein Kerngeschäft durch Zukäufe stärkt und gleichzeitig in völlig neue Felder wie Verteidigungstechnik und Energiespeicher vorstößt, und ein neuer Finanzvorstand, der diesen Spagat ab Oktober finanziell absichern muss. Ob die angepeilte Margenverbesserung im laufenden Geschäftsjahr gelingt, wird sich an den kommenden Quartalszahlen zeigen müssen.

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