Heidelberger Druckmaschinen Aktie: Driving High-Tech vorgestellt

Heidelberger Druckmaschinen verzeichnet im ersten Quartal weniger Umsatz und Gewinn, bestätigt aber die Jahresziele und setzt auf neue Technologiefelder.

Die Kernpunkte:
  • Umsatz im ersten Quartal gesunken
  • Bereinigtes EBITDA auf eine Million Euro
  • Auftragsbestand bietet Puffer für Folgequartale
  • Analysten bestätigen Kaufempfehlungen

Heidelberger Druckmaschinen sucht nach einem schwachen Auftakt ins Geschäftsjahr 2026/27 den Befreiungsschlag über die strategische Neuausrichtung. Auf der German Select VIII Conference stellte der Konzern vor rund einer Woche seine Strategie „Driving High-Tech“ vor und rückte damit den Umbau zum breiter aufgestellten Technologieunternehmen erneut in den Vordergrund.

Im Zentrum stehen künftig Verteidigung, Energiespeicher, kritische Infrastruktur und E-Mobilität – Felder, die mit dem klassischen Druckmaschinengeschäft nur noch am Rande zu tun haben.

Schwacher Jahresauftakt belastet die Bilanz

Die Zahlen zum ersten Quartal des Geschäftsjahres, die den Zeitraum von April bis Juni abdecken, fielen deutlich schwächer aus als im Vorjahresvergleich. Der Umsatz sank von 466 Millionen Euro auf 404 Millionen Euro, das bereinigte EBITDA brach von 19 Millionen Euro auf nur noch 1 Million Euro ein.

Unter dem Strich weitete sich der Konzernverlust auf 32 Millionen Euro aus. Als Belastungsfaktor nannte das Unternehmen das Auslaufen eines italienischen Förderprogramms, das im Vorjahr noch für zusätzliche Nachfrage gesorgt hatte.

Der Auftragseingang lag bei 537 Millionen Euro, der Auftragsbestand erreichte 762 Millionen Euro. Dieser Bestand gilt in Marktkommentaren als wichtige Stütze für die kommenden Quartale, da er einen Puffer gegen den saisonal schwachen Jahresauftakt bietet.

Trotz der roten Zahlen hielt Heidelberger Druckmaschinen an seiner Jahresprognose fest: Der Konzernumsatz soll auf Vorjahresniveau stabil bleiben, die bereinigte EBITDA-Marge soll sich spürbar verbessern.

Übernahmen sollen Fundament verbreitern

Der Umbau zum Technologiekonzern stützt sich neben der neuen Ausrichtung auch auf zugekaufte Substanz. Die Integration von manroland sheetfed und die vollständige Übernahme von POLAR sind inzwischen abgeschlossen und wurden auf der Konferenz als Belege für die verbreiterte Aufstellung des Unternehmens angeführt.

Das Zukaufgeschäft im Lifecycle-Bereich, das der Konzern vor gut einem Monat abgeschlossen hatte, entwickelte sich seither mit einem Kursplus von 3,7 Prozent freundlicher als der jüngste CFO-Wechsel, der seit der Ankündigung am vergangenen Montag einen Kursrückgang von 2,1 Prozent begleitete.

Kursreaktion bleibt verhalten

An der Börse spiegelt sich die gemischte Gemengelage in einer eher lustlosen Kursentwicklung. Die Aktie notiert aktuell bei 1,45 Euro und büßt am heutigen Mittwoch 0,6 Prozent ein.

Über die vergangenen 30 Tage steht dagegen ein Plus von 4,5 Prozent zu Buche – ein Hinweis darauf, dass ein Teil der Anleger die Strategiepräsentation und die bestätigte Prognose positiver bewertet als die reinen Quartalszahlen. Seit Jahresbeginn liegt das Papier dennoch 29 Prozent im Minus, zum 52-Wochen-Hoch von 2,40 Euro aus dem Oktober fehlen 40 Prozent.

Die Analysteneinschätzungen zu den Q1-Zahlen fielen unterschiedlich aus. Warburg Research bestätigte im Zuge der Berichterstattung die Einstufung „Buy“ mit einem Kursziel von 1,80 Euro. mwb research reagierte zurückhaltender und senkte sein Kursziel von 2,50 Euro auf 2,35 Euro, blieb aber ebenfalls bei einer Kaufempfehlung. Beide Häuser sehen damit trotz des schwachen Quartals weiterhin Aufwärtspotenzial gegenüber dem aktuellen Kursniveau.

Für Anleger bleibt die Kernfrage, ob der hohe Auftragsbestand und die neue Wachstumsstrategie die operative Schwäche des ersten Quartals kompensieren können, bevor die versprochene Margenverbesserung tatsächlich in den Zahlen sichtbar wird.

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