Heidelberger Druckmaschinen Aktie: Gallus schlägt zu!
NextGen Label Group bestellt eine Achtfarbenmaschine; zugleich baut Gallus seine Führung um und Heidelberger erweitert Verpackungspartnerschaften.

- Zweite Labelmaster 440 für US-Kunden
- Installation in Cohoes Anfang 2027 vorgesehen
- Interimistische Gallus-CEO-Rolle ab November
- Aktie verliert seit Jahresbeginn 30 Prozent
Die Heidelberger Druckmaschinen AG verzeichnet über ihre Schweizer Tochtergesellschaft Gallus einen neuen Maschinenauftrag aus den Vereinigten Staaten. Der US-amerikanische Druckdienstleister NextGen Label Group bestellte am 30. September eine zweite Gallus Labelmaster 440. Die Achtfarbenmaschine soll Anfang 2027 am Standort Cohoes installiert werden und eine ältere Gallus EM 280 ersetzen.
Modernisierung im Etikettendruck
Mit der Investition treibt der US-Kunde die Modernisierung seiner bestehenden Produktion voran. Der Austausch der bisherigen Anlage zielt darauf ab, die Fertigungskapazitäten für Selbstklebeetiketten auf den neuesten technischen Stand zu bringen. Für Gallus und die Muttergesellschaft bestätigt der Auftrag das Interesse im nordamerikanischen Markt, der für spezialisierte Schmalbahndrucksysteme eine wichtige Rolle spielt.
Parallel dazu befindet sich die Führungsebene der Konzerntochter im Umbau. Bei Gallus übernimmt Michael Bsirske zum 1. November interimistisch die Funktion des CEO. Dario Urbinati wechselt in den Verwaltungsrat und soll ab dem 1. Januar 2027 dessen Präsidium übernehmen. Zudem übernahm Uwe Boerner zum 1. Oktober die weltweite Vertriebsleitung, während Thomas Schweizer das Unternehmen verlässt.
Fokus auf Verpackungen und Workflow
Neben dem Etikettenbereich setzt Heidelberger Druckmaschinen verstärkt auf Partnerschaften im industriellen Verpackungsdruck. Vor gut einer Woche vereinbarte der Konzern eine Kooperation mit der pfenning-Gruppe. Das gemeinsame Vorhaben soll durchgängige Lösungen für die pharmazeutische Verpackungsproduktion schaffen und die Bereiche Druck, Verpackung sowie Logistik enger miteinander verzahnen. Konkrete erste Projekte oder finanzielle Rahmenbedingungen wurden dabei nicht veröffentlicht.
Auch auf Ebene der Softwareplattformen meldet der Konzern Fortschritte. Im türkischen Markt setzt der Verpackungs- und Etikettendrucker Sade Ofset auf Prinect Production als zentrale Workflow-Lösung. Eine installierte Speedmaster CX 104 ersetzte dort zwei ältere Druckmaschinen, um die Prozesse in der Druckvorstufe und im Drucksaal stärker zu integrieren.
Verhaltene Entwicklung an der Börse
Die strategischen Schritte im Etiketten- und Verpackungssegment treffen auf ein nach wie vor zurückhaltendes Branchenklima. Kunden in der Druckindustrie agieren bei größeren Investitionsentscheidungen vorsichtig, was die Kursentwicklung des Maschinenbauers in den vergangenen Monaten dämpfte.
Gestern beendete die Aktie den Handel bei 1,41 Euro. Seit dem Jahresanfang summieren sich die Kursverluste auf 30 Prozent. Bei dieser Bewertung liegt die Marktkapitalisierung von Heidelberger Druckmaschinen bei 434,57 Millionen Euro.
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