Heidelberger Druckmaschinen Aktie: ONBERG mit Ondas
Der Druckmaschinenhersteller steigt in die Drohnenabwehr ein und erwartet für das laufende Jahr rote Zahlen. Die Aktie reagiert dennoch mit einem Kurssprung.

- Einstieg in Rüstungsgeschäft
- Joint Venture für Drohnenabwehr
- Rote Zahlen für laufendes Jahr
- Aktie steigt um fast 15 Prozent
Heidelberger Druckmaschinen baut künftig Drohnenabwehrsysteme. Der traditionsreiche Konzern vollzieht eine abrupte Kehrtwende. Obwohl das Management für das laufende Jahr tiefrote Zahlen erwartet, feiert die Börse den neuen Kurs.
Rote Zahlen für den Umbau
Im abgelaufenen Geschäftsjahr steigerte das Unternehmen den Umsatz leicht auf knapp 2,3 Milliarden Euro. Der Nettogewinn kletterte auf 15 Millionen Euro. Die operative Marge verfehlte mit 6,6 Prozent allerdings die eigenen Ziele.
Für das laufende Jahr rechnet der Vorstand mit stabilen Erlösen. Am Ende dürfte jedoch ein zweistelliger Millionenverlust stehen. Der Grund dafür liegt in massiven Vorabinvestitionen. Der Konzern pumpt viel Geld in völlig neue Geschäftsfelder.
Rüstung statt Druckmaschinen
Die neue Strategie läuft unter dem Begriff „Dual-Use“. Heidelberger bündelt seine industriellen Fähigkeiten in der neuen Tochtergesellschaft HD Advanced Technologies. Das Ziel: Die schnelle Erschließung lukrativer Märkte wie Verteidigung und Ladeinfrastruktur.
Ein konkreter Schritt ist das Joint Venture ONBERG. Gemeinsam mit dem Partner Ondas entwickelt der Konzern Systeme zur Drohnenabwehr. Auf der Berliner Luftfahrtmesse ILA unterzeichnete ONBERG kürzlich eine Absichtserklärung mit einem ukrainischen Unternehmen. Parallel dazu strafft das Management das traditionelle Kerngeschäft durch umfangreiche Produktionsverlagerungen.
Aktie im Aufwind
Der Kapitalmarkt honoriert den harten Kurswechsel. Am vergangenen Freitag schloss die Aktie bei 1,58 Euro. Auf Wochensicht verbuchte das Papier damit einen Gewinnsprung von fast 15 Prozent.
Durch diese Rallye überwand der Kurs den charttechnisch wichtigen Durchschnitt von 1,47 Euro. Die langfristige Bilanz bleibt mit einem deutlichen Jahresverlust trüb. Die Erholung steht nun auf dem Prüfstand. Behauptet die Aktie das aktuelle Niveau, öffnet sich der Weg in Richtung der 200-Tage-Linie.
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