Heidelberger Druckmaschinen Aktie: ONBERG mit Ondas

Heidelberger Druckmaschinen steigt ins Rüstungsgeschäft ein und verlagert Produktion ins Ausland, um Margen zu stabilisieren.

Die Kernpunkte:
  • Gewinn gestiegen, Marge gesunken
  • Einstieg in Drohnenabwehr-Technik
  • Produktion wandert nach China
  • Aktie bleibt unter Druck

Starke Gewinne, schrumpfende Margen und ein radikaler Strategiewechsel. Heidelberger Druckmaschinen erfindet sich neu. Der Traditionskonzern baut künftig nicht nur Maschinen für den Verpackungsdruck, sondern steigt aktiv ins Rüstungsgeschäft ein.

Mehr Gewinn, weniger Marge

Das abgelaufene Geschäftsjahr liefert ein gemischtes Bild. Der Umsatz stieg minimal auf rund 2,3 Milliarden Euro. Parallel dazu kletterte das Ergebnis nach Steuern deutlich auf 15 Millionen Euro.

Die bereinigte EBITDA-Marge sank allerdings auf 6,6 Prozent. Lieferengpässe, hohe Energiepreise und Investitionen in neue Geschäftsfelder drückten die Profitabilität. Geopolitische Spannungen bremsten den Auftragseingang auf gut 2,2 Milliarden Euro. Negative Währungseffekte kosteten das Unternehmen dabei einen mittleren zweistelligen Millionenbetrag.

Drohnenabwehr als neue Säule

Das Management richtet den Konzern konsequent neu aus. Im wachsenden Verpackungsmarkt will Heidelberg die gesamte Wertschöpfungskette abdecken. Dafür vertieft das Unternehmen die Partnerschaft mit dem chinesischen Produzenten Masterwork und übernimmt die Markenrechte von Polar.

Die größte Überraschung liefert die Tochtergesellschaft HD Advanced Technologies. Über das Joint Venture ONBERG drängt Heidelberg in den Rüstungsmarkt. Gemeinsam mit dem US-israelischen Partner Ondas Autonomous Systems präsentierte das Unternehmen kürzlich mobile Drohnenabwehrsysteme für die Bundeswehr. Das Ziel: ONBERG soll eine europäische Marktlücke beim Schutz kritischer Infrastruktur schließen. Heidelberg nutzt dafür seine bestehenden Fertigungskapazitäten.

Produktion wandert ins Ausland

Dieser Umbau kostet Geld. Um die Ausgaben zu senken, verlagert das Management Teile der Produktion ins Ausland. Die Herstellung der Druckmaschine Speedmaster CX 104 wandert komplett nach China. Ein neuer Standort in Nordmazedonien soll künftig die Kosten einzelner Produktgruppen weiter drücken. Die Folge: Die Personalkosten an den deutschen Standorten sinken spürbar.

Für das laufende Geschäftsjahr verspricht der Vorstand Besserung. Der Umsatz soll stabil bleiben, die EBITDA-Marge spürbar steigen. Die Analysten von mwb research werten diese Pläne positiv. Sie bestätigen ihre Kaufempfehlung und rufen ein Kursziel von 2,60 Euro auf.

An der Börse herrscht aktuell noch Skepsis. Die Aktie notiert bei 1,44 Euro und damit knapp 18 Prozent unter ihrer 200-Tage-Linie. Seit Jahresbeginn summiert sich das Minus auf rund 29 Prozent. Der Einstieg ins Rüstungsgeschäft liefert bislang keine quantifizierbaren Umsätze. Das Management muss nun beweisen, dass die neuen Standorte im Ausland die Margen im Kerngeschäft zeitnah stabilisieren.

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