Heidelberger Druckmaschinen Aktie: PHENOGY-Partnerschaft am 21. Juli

Heidelberger Druckmaschinen steigt über Tochterfirma in die Fertigung von Natrium-Ionen-Speichern ein und treibt parallel das Verpackungsdruckgeschäft voran.

Die Kernpunkte:
  • Kooperation mit Schweizer PHENOGY AG
  • Fertigung von Natrium-Ionen-Batteriespeichern
  • Neues Farbdosiersystem ChromaStar vorgestellt
  • Aktie verliert seit Jahresbeginn deutlich

Heidelberger Druckmaschinen erweitert sein Geschäft über den klassischen Druckmaschinenbau hinaus. Die Tochtergesellschaft HD Advanced Technologies hat am 21. Juli eine umfassende Industriepartnerschaft mit der Schweizer PHENOGY AG geschlossen. Im Zentrum steht die Fertigung von Natrium-Ionen-Batteriespeichern, wie das Unternehmen mitteilte. HDAT übernimmt dabei nicht nur die industrielle Produktion, sondern auch Installation und Wartung der Speichersysteme.

Neues Geschäftsfeld neben dem Kerngeschäft

Mit der Vereinbarung positioniert sich die Heidelberger Tochter als Fertigungspartner für Energiespeichertechnik – ein Feld, das mit dem angestammten Druckmaschinengeschäft zunächst wenig gemein hat. Für Heidelberger Druckmaschinen ist es ein weiterer Schritt, industrielle Fertigungskompetenz auch außerhalb des Print-Segments zu monetarisieren. Wie sich die Partnerschaft finanziell auswirkt, teilte das Unternehmen nicht mit.

Parallel dazu treibt der Konzern sein angestammtes Kerngeschäft voran. Bereits am 16. Juli brachte Heidelberger Druckmaschinen mit „ChromaStar“ ein automatisiertes Farbdosiersystem auf den Markt. Es erweitert das Lifecycle-Portfolio für Verpackungsdruckereien und richtet sich an Kunden, die Prozesse in der Farbsteuerung automatisieren wollen.

Auftrag aus der Verpackungsindustrie

Auch im Auftragsgeschäft gab es zuletzt Bewegung: Der Verpackungshersteller WINTIPAK erteilte Heidelberger Druckmaschinen Anfang Juli einen Auftrag über eine „Boardmaster“-Inline-Flexodruckmaschine. Die Anlage ist für die Produktion aseptischer Lebensmittelverpackungen vorgesehen. Aufträge aus diesem Segment gelten als Beleg dafür, dass die Nachfrage nach spezialisierten Verpackungslösungen trotz eines insgesamt schwierigen Marktumfelds für klassische Drucktechnik bestehen bleibt.

Anleger richten den Blick nun auf den kommenden Quartalsbericht: Am 19. August legt Heidelberger Druckmaschinen die Zahlen zum ersten Quartal des Geschäftsjahres 2026/2027 vor. Dann dürfte sich zeigen, inwieweit die neuen Geschäftsfelder wie die Batteriespeicherfertigung bereits zum Konzernergebnis beitragen und wie sich das Kerngeschäft im laufenden Umbau schlägt.

Aktie bleibt unter Druck

An der Börse spiegelt sich die operative Neuausrichtung bislang nicht in einer Kurserholung. Zum Handelsschluss am Freitag notierte die Aktie bei 1,36 Euro, ein Minus von 0,80 Prozent auf Tagesbasis. Seit Jahresbeginn steht für das Papier ein Verlust von 33,05 Prozent zu Buche. Die Diversifizierung in neue Geschäftsfelder wie Batteriespeicher und die jüngsten Aufträge aus der Verpackungsindustrie haben das Vertrauen der Investoren damit noch nicht zurückgewonnen. Ob sich das mit den Quartalszahlen im August ändert, dürfte maßgeblich davon abhängen, welche konkreten Umsatzbeiträge die neuen Aktivitäten liefern.

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