Heidelberger Druckmaschinen Aktie: POLAR-Produktion übernommen
Heidelberger Druckmaschinen erwartet für das laufende Geschäftsjahr einen Nettoverlust im niedrigen zweistelligen Millionenbereich.

- Übernahme von Manroland Sheetfed Service
- Komplette POLAR-Produktion integriert
- Nettoverlust für 2026/2027 erwartet
- Kreditlinie bis 2030 verlängert
Heidelberger Druckmaschinen kauft massiv zu. Der Konzern schluckt nach den POLAR-Markenrechten nun auch deren gesamte Produktion. Im gleichen Schritt verleibt sich der Maschinenbauer Teile des Konkurrenten Manroland Sheetfed ein. Die aggressive Expansion hat ihren Preis.
Zukäufe aus der Insolvenz
Die strategische Ausrichtung ist klar. Heidelberg will sich vom reinen Maschinenbauer zum Systemanbieter für Verpackungen wandeln. Dafür übernahm das Management Anfang Juli das Service-Geschäft der insolventen Manroland Sheetfed. Das bringt rund 600 neue Mitarbeiter und knapp 3.000 Kunden. Der Fokus liegt dabei auf dem margenstarken Ersatzteilgeschäft.
Fast zeitgleich holt Heidelberg die komplette Produktion der POLAR-Maschinen ins eigene Haus. Bereits im Vorjahr hatte sich der Konzern die entsprechenden Markenrechte gesichert. Der Zulieferer war im April 2026 in die Insolvenz gerutscht. Rund 240 Beschäftigte im hessischen Hofheim sind davon betroffen.
Zu den finanziellen Details schweigt das Management hartnäckig. Weder ein Kaufpreis noch erhoffte Synergieeffekte sind öffentlich bekannt.
Umbau reißt Lücke in die Kasse
Dieser Strategiewechsel kostet viel Geld. Kurz gesagt: ein teurer Kraftakt. Das Management erwartet für das Geschäftsjahr 2026/2027 einen Nettoverlust. Dieser Fehlbetrag wird voraussichtlich im niedrigen zweistelligen Millionenbereich liegen.
Um die Liquidität während der Restrukturierung zu sichern, hat der Vorstand bereits gehandelt. Der Konzern verlängerte einen Konsortialkredit vorzeitig bis zum Jahr 2030. Der Rahmen beläuft sich dabei auf 436 Millionen Euro.
Anleger bleiben auf Distanz
An der Börse verfehlt die Expansionsstrategie bisher ihre Wirkung. Die Aktie gibt im laufenden Handel leicht nach und notiert bei 1,38 Euro. Seit Jahresbeginn steht damit ein deutliches Minus von gut 32 Prozent auf der Anzeigetafel.
Der Abstand zum Jahreshoch von 2,54 Euro aus dem Vorjahr ist auf über 45 Prozent angewachsen. Das Papier bewegt sich stattdessen gefährlich nah am aktuellen Jahrestief. Im Frühjahr war der Kurs bis auf 1,29 Euro abgerutscht.
Für das laufende Geschäftsjahr stehen die roten Zahlen bereits fest. Ohne transparente Daten zu den erhofften finanziellen Effekten agieren Investoren vorerst im Blindflug. Der Erfolg der Zukäufe lässt sich erst bewerten, wenn die neuen Geschäftsbereiche messbare Gewinne in die Bilanz spülen.
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