Heidelberger Druckmaschinen Aktie: Viertes Jahr ohne Dividende
Heidelberger Druckmaschinen investiert in Drohnenabwehr und Batterien, streicht aber erneut die Dividende. Der Kurs fällt weiter.

- Viertes Jahr ohne Dividende
- Nettoverlust für 2026/2027 erwartet
- Neue Geschäftsfelder: Drohnenabwehr & Batterien
- Aktie verliert seit Jahresbeginn über 33%
Vier Jahre in Folge keine Dividende, dazu ein Nettoverlust in der neuen Prognose. Trotzdem investiert Heidelberger Druckmaschinen in Drohnenabwehr und Batterietechnik. Der Traditionskonzern verwandelt sich gerade in einen Technologie-Integrator – auf Kosten der Aktionäre, die kurzfristig leer ausgehen.
Drohnenabwehr als neues Geschäftsfeld
Am Samstag eröffnete das Joint Venture Onberg Autonomous Systems einen „Live Hub“ in Brandenburg an der Havel. Dort zeigt das Unternehmen erstmals im Echtbetrieb, wie Detektions- und Abwehrsysteme gegen Drohnen zusammenspielen. Onberg gehört der HD Advanced Technologies GmbH, einer hundertprozentigen Tochter von Heidelberger Druckmaschinen, gemeinsam mit dem US-Spezialisten Ondas Autonomous Systems.
Der Schritt zeigt, wie konsequent der Konzern seinen Umbau vorantreibt. Weg vom klassischen Maschinenbau, hin zu Sicherheits- und Verteidigungstechnologie. Erst am 21. Juli hatte das Unternehmen eine Partnerschaft mit PHENOGY verkündet – Ziel ist eine Industrieplattform für Natrium-Ionen-Batteriespeicher.
Aktionäre gehen leer aus
Auf der Hauptversammlung am Donnerstag stimmten die Aktionäre allen Vorschlägen der Verwaltung zu. Im abgelaufenen Geschäftsjahr 2025/2026 erzielte der Konzern einen Nettogewinn von 15 Millionen Euro. Eine Dividende gibt es trotzdem nicht – bereits das vierte Jahr in Folge.
Das Management begründet den Verzicht mit der laufenden Transformation. Die Liquidität soll vollständig in neue Geschäftsfelder und den Konzernumbau fließen. Der Umsatz blieb mit 2,293 Milliarden Euro stabil, der Auftragseingang sank dagegen um rund 8 Prozent auf 2,246 Milliarden Euro.
Für das laufende Geschäftsjahr 2026/2027 erwartet der Vorstand einen Nettoverlust im niedrigen zweistelligen Millionenbereich. Grund sind hohe Umbaukosten und Investitionen in neue Standorte in China und Nordmazedonien.
Die Aktie kämpft mit dem Abwärtstrend
Der Kurs schloss am Freitag bei 1,35 Euro, ein Minus von 0,52 Prozent. Seit Jahresbeginn steht damit ein Verlust von 33,40 Prozent zu Buche. Vom 200-Tage-Durchschnitt bei 1,64 Euro trennen das Papier aktuell 17,79 Prozent – eine nachhaltige Trendwende bräuchte genau diese Marke.
Der technologische Umbau kostet also nicht nur Geld, sondern auch Vertrauen an der Börse. Ob sich das ändert, hängt an den kommenden operativen Zahlen.
Nächster Prüfstein im August
Am 19. August 2026 veröffentlicht Heidelberger Druckmaschinen die Zahlen zum ersten Quartal 2026/2027. Im Fokus steht die operative Marge, die im vergangenen Jahr mit bereinigten 6,6 Prozent unter der Zielvorgabe von 8 Prozent blieb. Entscheidend wird auch sein, wie schnell die zum 1. Juli abgeschlossene Integration des Servicegeschäfts von manroland sheetfed erste Synergien liefert.
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