Heidelberger Druckmaschinen: Cartonmaster nach Manroland-Insolvenz
Heidelberg steigt nach Insolvenz des Partners Manroland allein in den Vertrieb des Verpackungsdrucksystems Cartonmaster CX 145 ein.

- Alleinvertrieb des Cartonmaster CX 145
- Erste Installation in Wiesloch-Walldorf
- Aufträge über 30 Millionen Euro in Brasilien
- Prognose für EBITDA-Marge gesenkt
Als Kooperationspartner Manroland Sheetfed Anfang März ins Schutzschirmverfahren rutschte, hätte Heidelberger Druckmaschinen das gemeinsam entwickelte Verpackungsdrucksystem auf Eis legen können. Das Unternehmen tat das Gegenteil.
Heidelberg übernimmt nun Vertrieb, Installation, Schulungen, Service und Verbrauchsmaterialversorgung für den Cartonmaster CX 145 in Eigenregie — eingebunden ins hauseigene Prinect-Workflow-System. Die erste Installation am Hauptstandort Wiesloch-Walldorf im April ist damit ein früher Praxistest ohne Sicherheitsnetz. Auf der Messe interpack in Düsseldorf im Mai soll die Maschine erstmals öffentlich gezeigt werden — mit versprochener Verfügbarkeit von 90 Prozent und Druckgeschwindigkeiten bis 600 Meter pro Minute.
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Lateinamerika liefert Rückenwind
Während der Alleingang Ressourcen bindet, kommen aus der Region Americas positive Signale. Auf der Expoprint in São Paulo Ende März verbuchte Heidelberg Aufträge über 30 Millionen Euro, knapp 80 Prozent davon von brasilianischen Kunden. Der Auftragseingang in der Region kletterte im dritten Quartal um 17 Prozent. Druckunternehmen aus Argentinien, Chile, Paraguay und Uruguay zeigten Investitionsbereitschaft, besonders für automatisierte Produktionssysteme. Im Mai folgt die Expográfica in Mexiko.
Prognose verfehlt, Kerngeschäft solide
Die Neun-Monats-Zahlen des laufenden Geschäftsjahres 2025/26 zeigen ein gemischtes Bild. Der Umsatz stieg auf 1,6 Milliarden Euro — ein Plus von rund sechs Prozent trotz Währungsgegenwinds von 44 Millionen Euro. Der Nettogewinn drehte von minus 7 Millionen auf plus 17 Millionen Euro.
Das vierte Quartal hat die Bilanz allerdings eingetrübt. Für das am 31. März abgelaufene Gesamtjahr erwartet das Management nun eine bereinigte EBITDA-Marge von rund 6,6 Prozent — zuvor war eine Verbesserung auf 7,1 Prozent angepeilt worden. Das erklärt den Druck auf den Aktienkurs.
Zwei Baustellen, Erträge noch offen
Heidelberg baut parallel ein zweites neues Standbein auf: Das Unternehmen hält 49 Prozent am Joint Venture ONBERG Autonomous Systems, das Drohnenabwehrsysteme für den europäischen Markt entwickeln soll. Das adressierte Marktvolumen beziffern Branchenexperten auf rund 9,8 Milliarden US-Dollar über fünf Jahre. Erste Umsätze werden frühestens in der zweiten Hälfte des Geschäftsjahres 2026/2027 erwartet.
Das Muster ist damit klar: Zwei Transformationsprojekte erzeugen heute Kosten, deren Erträge noch auf sich warten lassen. Kein Wunder, dass der Markt für die Hauptversammlung am 23. Juli eine Nullrunde bei der Dividende einpreist. Die endgültigen Jahreszahlen für 2025/26 erscheinen am 10. Juni — dann wird sichtbar, wie viel Spielraum das Kerngeschäft tatsächlich lässt.
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