Hella in Turbulenzen – Vorsicht ist angesagt

Der Automobilzulieferer Hella KGaA Hueck & Co. schockte am gestrigen Abend die Marktteilnehmer mit einer Streichung des Gewinnzieles für das laufende Geschäftsjahr. Hella musste den Ausfall eines Zulieferers für Spritzguss-Komponenten in China beklagen. Die Folge:

 

© Hella KGaA
© Hella KGaA

Um die Lieferkette abzusichern, muss der Konzern die Fertigung der entsprechenden Vorprodukte komplett umstellen. Dies wiederum zieht große Mehraufwendungen und zusätzliche Abschreibungen nach sich. Entsprechend erwartet Hella dadurch eine Belastung des EBIT im 1. Quartal des laufenden Geschäftsjahres (Beginn im Juni) von voraussichtlich rund 30 Mio. Euro. Bezogen auf das Gesamtjahr wird hier mit einer Belastung von bis zu 50 Mio. Euro gerechnet.

 

Starker Gewinneinbruch im 1. Quartal

Nach vorläufigen Zahlen erreichte Hella im 1. Quartal einen Umsatz von 1,5 Mrd. Euro. Dies entspricht einem Plus von 14% gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Das EBIT sank aufgrund der vorgenannten Belastungen um 27% auf 69 Mio. Euro. Die EBIT-Marge fiel entsprechend auf 4,6% nach 7,2% im Vorjahresquartal. Ließe man den außerordentlichen Aufwand unberücksichtigt, hätte Hella beim EBIT ein Plus von 4% vorweisen können.

 

Hella erwartet weiteres Umsatzplus, aber...

Der Vorstand geht derzeit nicht davon aus, dass man die für das Gesamtjahr erwartete Gesamtbelastung aus dem Ausfall des Zulieferers in China vollständig kompensieren kann. Dennoch soll der Umsatz im mittleren bis hohen einstelligen Prozentbereich wachsen. Für das EBIT geht der Konzern jedoch davon aus, dass dieser aller Voraussicht nach unter dem Vorjahresniveau liegen wird. Entsprechend wird sich auch die EBIT-Marge verringern.

 

Anleger aufgepasst

Die Aktie von Hella konnte nach Veröffentlichung der Zahlen für das vergangene Geschäftsjahr Mitte Juli kurz wieder zulegen und die Marke von 46,00 Euro überwinden. In der Folge setzte jedoch eine stetige Abwärtsbewegung ein, die dann ihren Tiefpunkt bei 33,65 Euro im Strudel des Schwarzen Montag erreichte.

150918 Hella

Zum Ende des gestrigen Handelstages lag die Aktie von Hella noch leicht im Plus. Es ist jedoch davon auszugehen, dass dieser Bereich heute von grün auf rot wechselt. Die nächste Unterstützung liegt hier bei 37,00 Euro, gefolgt von der nächsten bei 36,00 Euro. Würde auch diese nach unten durchbrochen werden, könnte der freie Fall erfolgen.

Dazu kommt, dass die allgemeinen Sorgen um Chinas Wirtschaft und die Entwicklung der Automobilbranche generell weiterhin Druck auf die Aktie von Hella ausüben könnten. Die Analysten der Citigroup senkten gestern ihr Kursziel für die Aktie von 60,00 auf 48,00 Euro eben aufgrund dieser Konjunktursorgen. Die Kaufempfehlung wurde jedoch beibehalten. Hier sieht man in Hella weiterhin einen starken Wert, auch wenn die Margen in diesem Jahr schwächer ausfallen würden. Allerdings kam diese Einschätzung vor der Meldung von Hella.

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