Hellofresh Aktie: 14 Prozent weniger Bestellungen
Schwacher Gewinn je Aktie und rückläufige Bestellungen drücken Hellofresh nahe ans Rekordtief. Analysten zeigen sich gespalten.

- Aktie nahe 52-Wochen-Tief
- Gewinn je Aktie verfehlt Erwartungen
- Bestellungen sinken um 14 Prozent
- Analysten uneins über Kursentwicklung
Der Kochboxen-Anbieter Hellofresh sieht sich an den Kapitalmärkten mit erheblichem Gegenwind konfrontiert. Nach der Vorlage der Ergebnisse für das zweite Quartal geriet das Papier zunehmend unter Druck.
Die Aktie notiert aktuell bei 2,81 € und liegt damit nur noch 1,4 % über ihrem am Montag erreichten 52-Wochen-Tief von 2,77 €. Trotz einer Bestätigung der Jahresziele für das bereinigte operative Ergebnis (AEBITDA) scheinen die Anleger vor allem die schwache Ertragsentwicklung pro Aktie und die rückläufigen Bestellzahlen abzustrafen.
Ertragsentwicklung bleibt hinter Markterwartungen zurück
In den Monaten April bis Juni erzielte Hellofresh einen Umsatz von 1,5 Milliarden Euro und traf damit die Erwartungen des Marktes. Deutliche Schwächen zeigten sich jedoch beim Gewinn je Aktie, der lediglich 0,02 Euro betrug. Analysten hatten im Vorfeld mit einem Wert von 0,15 Euro gerechnet. Besonders das einstige Kerngeschäft mit Kochboxen schwächelt: Hier ging der Umsatz währungsbereinigt um 8,9 % zurück.
Medienberichten zufolge sank die Gesamtzahl der Bestellungen im zweiten Quartal um 14 % auf rund 22 Millionen. Dass der Umsatzrückgang insgesamt moderater ausfiel, ist vor allem einem gestiegenen durchschnittlichen Bestellwert zu verdanken. Dieser erhöhte sich währungsbereinigt um 6,5 % auf etwa 71 Euro. Dennoch konnte diese Entwicklung den deutlichen Rückgang beim Bestellvolumen nicht vollständig kompensieren.
Ambitionierte Ziele für das Gesamtjahr
Für das Gesamtjahr 2026 hält das Management an seiner Prognose für das bereinigte EBITDA in einer Spanne von 375 bis 425 Millionen Euro fest. Allerdings deutet sich beim Umsatz eine Entwicklung am unteren Ende der ursprünglichen Erwartungen an. Das Unternehmen rechnet hier mit einem währungsbereinigten Rückgang von 3 bis 6 %. Um die Kundenakquisition wieder anzukurbeln, setzt Hellofresh verstärkt auf die saisonal wichtige „Back-to-School“-Phase.
Die Ergebnisentwicklung im ersten Halbjahr wurde durch mehrere Faktoren belastet. Neben hohen Investitionen in das neue Produktprogramm „Refresh“ wirkten sich auch externe Einflüsse negativ aus. So führten schwere Winterstürme bereits im ersten Quartal zu einer Belastung von rund 25 Millionen Euro. Zudem drückt das insgesamt niedrigere Geschäftsvolumen auf die Margen, da Fixkosten auf weniger Bestellungen verteilt werden können.
Analysten-Skepsis und Insider-Aktionen
Die Reaktionen der Analysehäuser auf die jüngsten Entwicklungen fallen unterschiedlich aus. Die Experten von Barclays stuften die Aktie am 14. August auf „Underweight“ ab und senkten das Kursziel deutlich von 4,40 auf 3,10 Euro.
Demgegenüber steht die Einschätzung von Jefferies: Dort wurde die Einstufung auf „Buy“ mit einem Kursziel von 8,35 Euro am 16. August bestätigt. Analysten wiesen darauf hin, dass das Unternehmen trotz der Herausforderungen die grundlegenden Erwartungen erfüllt habe.
Die Verunsicherung der Anleger wird zusätzlich durch Bewegungen in der Führungsetage genährt. Medienberichten zufolge veräußerte Vorstandsmitglied Fabien Simon am 13. August insgesamt 50.058 Hellofresh-Aktien zu einem Kurs von 3,45 Euro. Das Vertrauen in eine schnelle Trendwende scheint am Markt derzeit gering, was sich auch in der Performance widerspiegelt: Seit Jahresbeginn verzeichnet der Wert ein Minus von 54 %.
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