Hellofresh Aktie: Logan Township schließt zum 30. September
HelloFresh verzeichnet deutliche Rückgänge bei Umsatz und Bestellungen. Die Schließung eines US-Standorts soll die Wende bringen, Analysten bleiben skeptisch.

- Umsatz sinkt um neun Prozent
- US-Standortschließung mit 400 Jobs betroffen
- Fokus auf GLP-1-freundliche Mahlzeiten
- Analysten senken Kursziele
Der Kochboxen-Anbieter HelloFresh steckt in einer tiefen Krise. Nach enttäuschenden Geschäftszahlen für das zweite Quartal notiert die Aktie heute bei 3,00 Euro nur noch knapp über ihrem Allzeittief. Das Unternehmen reagiert auf die nachlassende Nachfrage mit drastischen Kostensenkungen und der Schließung von Standorten in den USA.
Rückläufige Nachfrage belastet das Ergebnis
Im zweiten Quartal 2026 sah sich HelloFresh mit einem deutlichen Rückgang des Kundeninteresses konfrontiert. Das Bestellvolumen sank im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 14 Prozent auf 21,8 Millionen Aufträge.
In der Folge ging der Umsatz währungsbereinigt um etwa 9 Prozent auf rund 1,5 Milliarden Euro zurück. Besonders deutlich war der Einbruch beim bereinigten Betriebsergebnis (AEBITDA), das um 24 Prozent auf 120,6 Millionen Euro absank.
Trotz dieser Rückgänge konnte das Unternehmen den durchschnittlichen Bestellwert steigern. Dieser kletterte um 6,5 Prozent auf 71,00 Euro. Das Management bestätigte zwar die Jahresprognose für das bereinigte Betriebsergebnis in einer Spanne von 375 bis 425 Millionen Euro, rechnet beim Umsatzwachstum jedoch nur noch mit einem Erreichen des unteren Endes der gesteckten Ziele. Probleme bereiten dem Konzern vor allem die mangelnde Konversion von Neukunden und eine schwache Marge beim Deckungsbeitrag.
Werksschließung in den USA zur Effizienzsteigerung
Um der wirtschaftlichen Abwärtsspirale entgegenzuwirken, forciert HelloFresh seine Sparmaßnahmen. Ein zentraler Bestandteil dieser Strategie ist die Schließung des Distributionszentrums in Logan Township, New Jersey.
Wie Medienberichten zu entnehmen ist, soll der Standort zum 30. September 2026 aufgegeben werden, wovon fast 400 Mitarbeiter betroffen sind. Die Maßnahme ist Teil einer größeren Konsolidierung; bereits zuvor hatte das Unternehmen Standorte in Texas sowie in Italien und Spanien geschlossen.
Parallel zum Sparkurs versucht das Unternehmen, mit neuen Trends Boden gutzumachen. Die Tochtermarke Factor soll verstärkt auf Mahlzeiten setzen, die auf Konsumenten zugeschnitten sind, die Abnehmmedikamente wie Wegovy nutzen. Dieser Fokus auf GLP-1-freundliche Speisen soll eine neue, gesundheitsbewusste Zielgruppe erschließen und die Wende beim schrumpfenden Kochboxen-Absatz einleiten.
Analysten reagieren mit Kurszielsenkungen
Die Reaktion am Kapitalmarkt fiel am Dienstag verhalten aus, nachdem das Papier bereits am Vortag massiv an Wert verloren hatte. Seit Jahresbeginn summiert sich das Minus der Aktie auf 51 Prozent. Mit dem aktuellen Kursniveau notiert der Wert nur noch 0,4 Prozent über seinem 52-Wochen-Tief.
Auch die Einschätzungen der Analystenhäuser spiegeln die Skepsis wider. Die Experten von JPMorgan stuften die Aktie heute erneut auf „Neutral“ mit einem Kursziel von 3,30 Euro ein. Barclays hingegen bleibt bei seiner skeptischen Haltung und bewertet den Titel weiterhin als „Underweight“.
Dort wurde das Kursziel jüngst auf 3,10 Euro gesenkt. Während einige Häuser wie Berenberg noch Kaufempfehlungen aussprechen, dominiert im breiten Konsens die Vorsicht, da eine nachhaltige Trendwende bei den Kundenzahlen bislang ausbleibt.
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