Hellofresh Aktie: Sparkurs zahlt sich aus

Höhere Bestellwerte und geringere Marketingkosten verbesserten das Ergebnis, während Umsatz und Bestellvolumen im dritten Quartal zurückgingen.

Die Kernpunkte:
  • Währungsbereinigter Umsatz sinkt um 11,3 Prozent
  • Bereinigtes EBITDA steigt um 26,3 Prozent
  • Fertiggerichte-Segment erreicht die Gewinnschwelle
  • Jahresziele für 2026 bleiben unverändert

Weniger Kunden, weniger Umsatz, aber mehr Gewinn: Hellofresh hat im dritten Quartal 2026 gezeigt, dass sich die Profitabilität auch bei schrumpfendem Geschäft verbessern lässt. Der Kochboxenversender setzt dabei vor allem auf Kostendisziplin und höhere Preise.

Umsatz schrumpft, Ergebnis wächst

Der währungsbereinigte Umsatz sank um 11,3 Prozent auf rund 1,4 Milliarden Euro. Die Zahl der Bestellungen fiel um 17,9 Prozent auf 19,6 Millionen. Den Rückgang bremste ein höherer durchschnittlicher Bestellwert, der um 7,5 Prozent auf 70,50 Euro stieg. Preiserhöhungen, Zusatzprodukte und Premium-Rezepte trieben ihn nach oben.

Das bereinigte EBITDA kletterte währungsbereinigt um 26,3 Prozent auf 50,9 Millionen Euro. Zwei Hebel wirkten: geringere Marketingausgaben, die absolut um 24,1 Prozent sanken, sowie Effizienzmaßnahmen.

Segmente und Cashflow

Im Kerngeschäft mit Kochboxen verbesserte sich die bereinigte EBITDA-Marge auf 10,7 Prozent, nach 9,4 Prozent im Vorjahr. Das Fertiggerichte-Segment erreichte die Gewinnschwelle, ein wichtiger Meilenstein für einen bislang verlustträchtigen Bereich.

Wachstum kam aus einer anderen Ecke. Das Segment „Other“ mit neueren Angeboten wie Premiumfleisch, Meeresfrüchten und Tiernahrung legte beim Umsatz währungsbereinigt um 36 Prozent zu.

Der Free Cashflow blieb zwar negativ, verbesserte sich aber deutlich auf minus 5,7 Millionen Euro. Im Vorjahresquartal hatte er noch bei minus 80,7 Millionen Euro gelegen. Der Mittelabfluss ist damit nahezu gestoppt.

Prognose bestätigt

Für das Gesamtjahr 2026 bleibt der Vorstand bei seinen Zielen. Erwartet wird ein währungsbereinigter Umsatzrückgang von 9 bis 11 Prozent und ein bereinigtes EBITDA von 350 bis 370 Millionen Euro.

An der Börse notierte die Aktie am Morgen bei knapp 3 Euro, leicht im Minus. Auf Sicht von fünf Tagen steht dennoch ein Plus von gut 6 Prozent, im Monatsvergleich sind es rund 25 Prozent. Auf Jahressicht summiert sich der Verlust allerdings auf mehr als 57 Prozent. Die Zahlen belegen eine operative Stabilisierung, das Umsatzminus von über 11 Prozent zeigt jedoch, dass der Weg zurück zu Wachstum noch weit ist.

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