Hensoldt: 900.000 Halbleiter bis 2030
Hensoldt kämpft mit Lieferengpässen bei hoher Nachfrage. Milliardeninvestitionen sollen die Produktion ankurbeln, belasten aber vorerst den Cashflow.

- Auftragseingang übersteigt Umsatz deutlich
- Investitionen von einer Milliarde Euro geplant
- Operative Marge bleibt hinter Erwartungen zurück
- Hauptversammlung stimmt über Dividende ab
Die Auftragsbücher der europäischen Rüstungsindustrie quellen über. Während der französische Branchenkollege Thales im ersten Quartal ein massives Auftragsplus im Verteidigungsgeschäft verzeichnet, rutscht die Aktie von Hensoldt ab. Am Markt rückt ein strukturelles Engpass-Problem in den Fokus, das den Sensor-Spezialisten zunehmend ausbremst.
Thales steigerte den Auftragseingang in der Rüstungssparte zuletzt massiv. Für die Papiere von Hensoldt liefert das allerdings keinen Rückenwind. Die Aktie verlor am Freitag fast sechs Prozent auf 73,36 Euro. Damit baut sich der Wochenverlust auf über zehn Prozent aus, der Abstand zur 200-Tage-Linie wächst spürbar.
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Auftragsflut trifft auf Kapazitätsgrenzen
Bei Hensoldt klaffen Nachfrage und Lieferfähigkeit weit auseinander. Im vergangenen Jahr legten die Neuaufträge um 62 Prozent zu, der Umsatz wuchs parallel dazu nur auf 2,46 Milliarden Euro. Ein Book-to-Bill-Verhältnis von 1,9 macht das Missverhältnis deutlich: Es kommen fast doppelt so viele Bestellungen herein, wie das Unternehmen aktuell abarbeiten kann.
Für das laufende Jahr rechnet das Management mit Erlösen von rund 2,75 Milliarden Euro. Die angepeilte operative Marge von bis zu 19 Prozent liegt dabei unter den Erwartungen vieler Marktbeobachter. J.P. Morgan beließ die Einstufung auf „Neutral“, senkte das Kursziel aber auf 85 Euro. Die enge Zielspanne lasse kaum Puffer für operative Rückschläge, so die Begründung der Analysten.
Investitionsoffensive drückt den Cashflow
Um den Flaschenhals aufzulösen, steuert der Vorstand gegen. Bis 2027 fließt rund eine Milliarde Euro in den Kapazitätsausbau, überwiegend an deutschen Standorten. Ein neues Radar-Produktionswerk geht dann ans Netz. Im gleichen Schritt schloss Hensoldt eine langfristige Liefervereinbarung für Gallium-Nitrid-Halbleiterbausteine ab. Diese Komponenten sind entscheidend für Luftverteidigungssysteme wie Iris-T und sichern die Radarsystem-Produktion für die kommenden Jahre ab.
Diese Investitionsoffensive hat ihren Preis. Die Free-Cashflow-Conversion sinkt vorübergehend auf rund 40 Prozent. Das makroökonomische Umfeld bleibt indes günstig. Allein das deutsche Verteidigungsbudget soll in diesem Jahr die Marke von 108 Milliarden Euro überschreiten, hinzu kommen milliardenschwere europäische Rüstungsprogramme.
Blick auf die Hauptversammlung
Aktionäre blicken nun auf den kommenden Monat. Am 22. Mai stimmt die virtuelle Hauptversammlung über eine vorgeschlagene Dividende von 0,55 Euro je Aktie ab. Kurz zuvor legt Hensoldt die Zahlen für das erste Quartal vor. Dieser Bericht liefert den ersten harten Datenpunkt des Jahres, inwieweit die laufenden Investitionen den massiven Auftragsbestand bereits in zählbaren Umsatz verwandeln.
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