Hensoldt Aktie: Auftragsbuch verdoppelt
Hensoldt verdoppelt Auftragseingang auf 2,81 Mrd. Euro und übertrifft Prognosen. Rekordbestand von 10 Mrd. Euro bestätigt Rüstungsboom.

- Auftragseingang verdoppelt sich
- Rekordbestand über zehn Milliarden
- Optronics-Segment mit Wachstumssprung
- Jahresprognose bleibt unverändert
Die Aufrüstung der Nato-Staaten füllt bei Hensoldt die Bücher schneller, als selbst Analysten es für möglich hielten. Der Auftragseingang hat sich im ersten Halbjahr gegenüber dem Vorjahr mehr als verdoppelt — und übertrifft damit die Markterwartungen deutlich.
Bestellungen weit über Prognose
Der Sensor- und Radarspezialist meldete für die ersten sechs Monate einen Auftragseingang von 2,81 Milliarden Euro, nach 1,41 Milliarden Euro im Vorjahreszeitraum. Analysten hatten im Schnitt mit rund 1,23 Milliarden Euro gerechnet — die Diskrepanz zeigt, wie sehr sich die politischen Entscheidungen für höhere Verteidigungsausgaben nun konkret im Geschäft niederschlagen. Der Auftragsbestand kletterte auf ein Rekordhoch von über 10 Milliarden Euro, ein Plus von 46,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
Auch beim Umsatz lief es besser als gedacht: Die Erlöse stiegen um 23,6 Prozent auf 1,17 Milliarden Euro und lagen damit leicht über der Konsensschätzung. Das bereinigte EBITDA wuchs um 28,5 Prozent auf 137 Millionen Euro, die Marge verbesserte sich auf 11,8 Prozent nach 11,3 Prozent im Vorjahr — Analysten hatten beim Ergebnis mit etwas mehr gerechnet.
Besonders auffällig entwickelte sich das Segment Optronics. Getrieben von Großaufträgen zur Ausstattung des Schützenpanzers Puma und des Radschützenpanzers Schakal mit digitaler Optronik sprang der Auftragseingang von 164 Millionen Euro auf 971 Millionen Euro. Die Marge des Segments schoss von 1,0 auf 10,9 Prozent nach oben. Im größeren Segment Sensors legte der Auftragseingang um 57,6 Prozent auf knapp 1,98 Milliarden Euro zu, angetrieben unter anderem von Vertragserweiterungen für Eurofighter-Mk1-Radare und Bestellungen von TRML-4D-Radaren.
Cashflow bleibt negativ, aber verbessert
Der bereinigte Free Cashflow blieb mit minus 136 Millionen Euro negativ, verbesserte sich aber gegenüber minus 181 Millionen Euro im Vorjahr — vor allem dank Anzahlungen aus den neuen Großaufträgen. Firmenchef Oliver Dörre betonte, dass sich die politischen Entscheidungen für höhere Verteidigungsausgaben nun konkret im Auftragsbuch zeigten, verwies aber zugleich auf die Aufgabe, diese Bestellungen auch in der nötigen Stückzahl und Geschwindigkeit auszuliefern. CFO Christian Ladurner stellte klar, dass der Ausbau von Fertigungs- und Logistikkapazitäten im Vordergrund stehe, ohne die Margendisziplin zu verlieren.
Für das Gesamtjahr 2026 bestätigte Hensoldt seine Prognose. Erwartet werden ein Konzernumsatz von etwa 2,75 Milliarden Euro, ein Book-to-Bill-Verhältnis zwischen 1,5 und 2,0 sowie eine bereinigte EBITDA-Marge von 18,5 bis 19,0 Prozent. Die Zahlen für die ersten neun Monate will das Unternehmen am 5. November 2026 vorlegen.
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