Hensoldt Aktie: Deutsche Bank hebt Kursziel auf 105 Euro

Deutsche Bank Research sieht bei Hensoldt weiteres Potenzial und hebt das Kursziel auf 105 Euro an. Die starke Auftragsdynamik könnte die Jahresziele übertreffen.

Die Kernpunkte:
  • Kursziel auf 105 Euro angehoben
  • Auftragseingang verdoppelt sich deutlich
  • Umsatz wächst um 23,6 Prozent
  • Bewertung bleibt ambitioniert

Hensoldt bekommt von der Deutschen Bank Rückenwind: Deutsche Bank Research hat das Kursziel für den Rüstungselektronik-Konzern von 101 auf 105 Euro angehoben und die Einstufung „Buy“ bestätigt.

Analyst Christophe Menard begründet den Schritt mit einer dynamischen Auftragslage und sieht für das zweite Halbjahr weiteres Aufwärtspotenzial bei den Jahreszielen. Die Aktie reagierte am Donnerstag mit Gewinnen und kletterte im Tagesverlauf auf 94,60 Euro.

Auftragseingang verdoppelt sich

Grundlage für den optimistischen Blick der Analysten sind die Halbjahreszahlen, die Hensoldt zuletzt vorgelegt hat. Der Auftragseingang verdoppelte sich im ersten Halbjahr 2026 auf 2,81 Milliarden Euro, nach 1,41 Milliarden Euro im Vorjahreszeitraum.

Der Auftragsbestand wuchs um 46,5 Prozent auf 10,36 Milliarden Euro. Der Umsatz legte um 23,6 Prozent auf 1,17 Milliarden Euro zu, die EBITDA-Marge verbesserte sich leicht auf 11,5 Prozent von 11,1 Prozent im Vorjahr.

Für das Gesamtjahr 2026 stellt Hensoldt einen Umsatz von rund 2,75 Milliarden Euro sowie eine EBITDA-Marge zwischen 18,5 und 19,0 Prozent in Aussicht. Genau an dieser Guidance setzt die Deutsche Bank an: Menard geht davon aus, dass die Auftragsdynamik im zweiten Halbjahr für eine positive Überraschung bei den Jahreszielen sorgen könnte.

Bewertung bleibt anspruchsvoll

Trotz der frischen Kaufempfehlung bleibt die Bewertung von Hensoldt ambitioniert. Auf Basis der Gewinnschätzung für 2026 kommt die Aktie auf ein Kurs-Gewinn-Verhältnis von rund 46. Charttechnisch gilt die Lage als eher neutral: Als Unterstützung werden die Marken bei 78,30 bis 79,50 Euro genannt, als Widerstände die Bereiche um 91,72 und 96,70 Euro. Der aktuelle Kurs von 93,14 Euro bewegt sich damit bereits im oberen dieser Widerstandszonen.

Die Marktdaten unterstreichen die jüngste Dynamik: Binnen 30 Tagen hat die Aktie um 27 Prozent zugelegt, seit Jahresbeginn steht ebenfalls ein Plus von 27 Prozent zu Buche.

Zum 52-Wochen-Hoch von 117,70 Euro, erreicht im Oktober 2025, fehlen der Aktie derzeit noch rund 21 Prozent. Ein RSI von über 70 signalisiert zugleich, dass der Titel kurzfristig überkauft sein könnte – ein Umstand, der zur vorsichtigen charttechnischen Einordnung passt.

Rüstungsbranche insgesamt im Aufwind

Hensoldt bewegt sich damit im Fahrwasser einer insgesamt gut laufenden deutschen Rüstungsbranche. Am Donnerstag verzeichneten auch andere Titel des Sektors kräftige Kursgewinne: Der U-Boot- und Marineschiffbauer TKMS legte nach einer zum zweiten Mal binnen sechs Monaten angehobenen Jahresprognose zeitweise über 15 Prozent zu, Vincorion sprang um mehr als 11 Prozent, Rheinmetall gewann rund 2 Prozent. Diese branchenweite Nachfrage nach Rüstungsgütern bildet den Hintergrund, vor dem auch die Auftragsbücher von Hensoldt prall gefüllt bleiben.

Ein Randaspekt aus der Automobilbranche zeigt zudem, wie attraktiv das Rüstungsgeschäft inzwischen für andere Industrien geworden ist: Berichten zufolge erwägen sowohl Mercedes-Benz als auch Volkswagen einen Einstieg in den Verteidigungssektor, während Hensoldt selbst aktiv Fachkräfte für sich gewinnt.

Für Anleger bleibt die zentrale Frage, ob die hohe Bewertung durch das anhaltende Auftragswachstum gerechtfertigt bleibt – die Deutsche Bank beantwortet sie mit ihrem erhöhten Kursziel klar positiv.

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