Hensoldt Aktie: F126-Stopp trifft Radar-Lieferant
Der Stopp des F126-Programms trifft Hensoldt als Radar-Lieferanten hart. Der CEO reagiert mit Aktienkäufen, während der Kurs weiter fällt.

- F126-Fregattenprogramm gestoppt
- Hensoldt als Radar-Lieferant betroffen
- CEO Dörre investiert 172.000 Euro
- Kurs seit Oktober 2025 stark gefallen
Das Bundesverteidigungsministerium hat das F126-Fregattenprogramm gestoppt. Für Hensoldt, den vorgesehenen Radar-Schlüssellieferanten, ist das ein direkter Treffer.
Milliardenprojekt gescheitert
Verteidigungsminister Boris Pistorius machte am Mittwoch das Aus offiziell. Die Kosten für die F126 waren von ursprünglich 10 bis 12 Milliarden Euro auf über 18 Milliarden Euro gestiegen. Rund 2,3 Milliarden Euro flossen bereits in das Projekt.
Als Ersatz beschafft die Bundesregierung acht Fregatten des Typs MEKO A-200 vom Wettbewerber TKMS. Gesamtvolumen: rund 11,6 Milliarden Euro. Die erste Auslieferung plant TKMS für 2029.
Hensoldt war als Lieferant für die Radarsensorik der F126 fest eingeplant. Im neuen MEKO-Programm ist das Unternehmen nicht gesetzt. TKMS-Chef Burkhard signalisierte zwar Offenheit für Industriepartner — konkrete Zusagen für frühere F126-Lieferanten gibt es jedoch nicht.
Kurs unter Druck, CEO kauft nach
Die Aktie schloss am Mittwoch bei 68,84 Euro. Seit dem 52-Wochen-Hoch von 115,10 Euro im Oktober 2025 hat das Papier mehr als 40 Prozent verloren. Allein in den vergangenen 30 Tagen fiel der Kurs um knapp 20 Prozent.
Ein Gegensignal kommt von innen: CEO Oliver Dörre kaufte am 22. Juni 2026 eigene Aktien. Er erwarb 2.500 Anteile für rund 172.000 Euro. Ein klares Bekenntnis zum eigenen Unternehmen — auch wenn es den Kursrutsch bislang nicht stoppen konnte.
Operativ steht Hensoldt nicht schlecht da. Zum Ende des ersten Quartals 2026 meldete das Unternehmen einen Rekordauftragsbestand von 9,8 Milliarden Euro. Die Prognose für die Free-Cashflow-Umwandlungsrate hob das Management auf rund 50 Prozent des EBITDA an.
Zusätzlicher Gegenwind aus dem Sektor
Neben dem Fregattenstopp sorgt ein weiteres Thema für Unruhe. Der Rüstungskonzern KNDS bereitet einen Doppel-Börsengang in Frankfurt und Paris vor. Das könnte Investorenkapital aus dem Sektor umverteilen — und den Druck auf Hensoldt weiter erhöhen.
Mit einem RSI von 35 nähert sich die Aktie dem überverkauften Bereich. Der Abstand zum 50-Tage-Durchschnitt von 78,04 Euro beträgt knapp 12 Prozent. Ob Hensoldt einen relevanten Teil des MEKO-Programms übernehmen kann, entscheidet sich in den kommenden Vergabegesprächen — und dürfte den nächsten Kurskatalysator liefern.
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