Hensoldt Aktie: Gespaltenes Analystenbild
Trotz Herabstufung durch Jefferies legt die Hensoldt-Aktie zu. JPMorgan erhöht das Kursziel auf 100 Euro und sieht Chancen durch Branchenkonsolidierung.

- Jefferies senkt auf Hold
- JPMorgan erhöht Kursziel auf 100 Euro
- Aktie steigt trotzdem um 2,45 Prozent
- 90-Euro-Marke bleibt wichtiger Widerstand
Zwei Bankhäuser, zwei völlig unterschiedliche Signale — und mittendrin eine Aktie, die trotzdem zulegt. Hensoldt notiert am Donnerstag zeitweise 2,45 Prozent höher bei 89,62 Euro, obwohl Jefferies gerade erst von „Buy“ auf „Hold“ heruntergestuft hat. Die 90-Euro-Marke bleibt damit ein zäher Widerstand.
Jefferies wird vorsichtiger, JPMorgan schiebt nach
Jefferies-Analyst Ben Brown lobt zwar weiterhin die Fundamentaldaten des Rüstungselektronikkonzerns nach einem starken Quartal. Sein Punkt ist ein anderer: Die Aktie notiert mit einem nahezu rekordhohen Aufschlag gegenüber dem europäischen Verteidigungssektor. Wichtige Kursimpulse erwartet er erst gegen Jahresende — das Chance-Risiko-Verhältnis sei damit ausgeglichener geworden als noch vor Wochen.
JPMorgan sieht die Sache anders. Die US-Bank hebt ihr Kursziel von 85 auf 100 Euro an, bleibt aber bei „Neutral“. Analyst David Perry begründet den Schritt mit Gesprächen mit Investoren, die für Rüstungsunternehmen mit Produkten für die „Zukunft der Kriegsführung“ zunehmend bereit seien, tiefer in die Tasche zu greifen. Hensoldt zählt für ihn zu genau dieser Kategorie. Hinzu kommt aus seiner Sicht ein weiterer Faktor: die zunehmende Konsolidierung der Branche in Europa und den USA, von der kleinere und mittlere, strategisch attraktive Unternehmen wie Hensoldt profitieren dürften.
Der Kurssprung trotz der Abstufung zeigt, wie unterschiedlich die Bewertungsmaßstäbe im Verteidigungssektor derzeit ausfallen. Während Jefferies die Bewertung als ausgereizt betrachtet, sieht JPMorgan in der aktuellen Konsolidierungsdynamik noch Spielraum nach oben.
Für die kommenden Wochen bleibt die 90-Euro-Marke die entscheidende Chartmarke. Ob sich die Aktie daran vorbeischiebt, dürfte auch davon abhängen, welche der beiden Analysten-Thesen sich als tragfähiger erweist — die Vorsicht vor einer überkauften Bewertung oder das Vertrauen in strukturelle Rückenwinde durch Branchenkonsolidierung und steigende Verteidigungsausgaben.
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