Hensoldt Aktie: Gewinne trotz Kursminus
Nach neun Monaten wachsen Umsatz und bereinigtes Ebitda; Hensoldt kalkuliert für 2026 mit rund 2,8 Milliarden Euro Umsatz.

- Auftragseingang steigt um fast 77 Prozent
- Auftragsbestand erreicht 10,36 Milliarden Euro
- Bereinigtes Ebitda wächst um ein Drittel
- Jefferies bestätigt Kaufempfehlung und 98-Euro-Kursziel
Gute Zahlen, höhere Prognose, und trotzdem geht es an der Börse bergab. Hensoldt hat nach neun Monaten die Erwartungen übertroffen und die Jahresziele angehoben. Die Aktie gab im frühen Handel auf Xetra dennoch zeitweise um gut drei Prozent auf 78,80 Euro nach.
Aufträge treiben das Geschäft
Der Auftragseingang sprang in den ersten neun Monaten um fast 77 Prozent auf 3,56 Milliarden Euro. Der Auftragsbestand erreicht damit mit 10,36 Milliarden Euro einen Rekord. Hinter der Nachfrage stehen laut Konzern umfangreiche Investitionen Deutschlands und weiterer europäischer Staaten in Sensor-, Optronik- und Softwarelösungen.
Auch die Profitabilität zog an. Der Umsatz wuchs um gut 21 Prozent auf 1,86 Milliarden Euro, das bereinigte Ebitda legte um ein Drittel auf 281 Millionen Euro zu. Die Marge verbesserte sich von 13,7 auf 15,1 Prozent.
Prognose leicht erhöht
Für 2026 peilt Hensoldt nun rund 2,8 Milliarden Euro Umsatz an, bisher standen etwa 2,75 Milliarden im Plan. Die bereinigte Ebitda-Marge soll bei rund 19 Prozent liegen.
Zuvor lag die Spanne bei 18,5 bis 19 Prozent. Beim Verhältnis von Auftragseingang zu Umsatz, der Book-to-Bill-Ratio, rückt zudem das obere Ende der Spanne von 1,5 bis 2,0 in Reichweite.
Die Anhebung fällt moderat aus. Jefferies-Analyst Ben Brown hält sie sogar für konservativ. Er sieht Umsatz und vor allem das operative Ergebnis klar über den Konsensschätzungen und beließ die Einstufung auf „Buy“ mit einem Kursziel von 98 Euro.
Der Abschlag dürfte damit eher auf Gewinnmitnahmen nach einem starken Lauf des Rüstungssektors hindeuten als auf Zweifel an den Zahlen. Eine Bestätigung dafür gibt es allerdings nicht, konkrete Auslöser blieben offen.
Das Kursziel von Jefferies liegt rund ein Viertel über dem aktuellen Niveau. Ob andere Häuser ihre Schätzungen nach den Zahlen ebenfalls anheben, dürfte sich in den kommenden Tagen an neuen Studien ablesen lassen.
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