Hensoldt Aktie: Halbjahreszahlen Ende Juli

Hensoldt-Aktie legt vor den anstehenden Halbjahreszahlen deutlich zu. Fundamentale Daten und ein hoher Auftragsbestand stützen die Kurserholung.

Die Kernpunkte:
  • Aktie springt um 4,6 Prozent
  • Auftragsbestand erreicht Rekordniveau
  • Umsatz im ersten Quartal gestiegen
  • Jahresprognose trotz F126-Aus bestätigt

Hensoldt zeigt am Montag die stärkste Tagesbewegung seit Wochen. Die Aktie des Rüstungselektronik-Konzerns springt um 4,61 Prozent auf 82,98 Euro. Anleger positionieren sich damit kurz vor den Halbjahreszahlen, die Ende Juli erwartet werden.

Eine Erholung mit Tempo

Der Sprung vom Montag setzt eine Bewegung fort, die seit dem Junitief läuft. Binnen eines Monats hat die Aktie 28,25 Prozent zugelegt. Vom Rekordhoch aus dem Oktober 2025 bleibt der Titel dennoch fast 28 Prozent entfernt.

Diese Kluft zeigt: Die Rally holt Verlorenes zurück, ein neues Hoch ist das noch nicht. Der Markt testet gerade, wie viel von der Euphorie aus dem Herbst 2025 tatsächlich zurückkommt.

Was die Zahlen zum ersten Quartal zeigen

Der Optimismus hat eine fundamentale Basis. Im ersten Quartal steigerte Hensoldt den Umsatz um mehr als ein Viertel auf 496 Millionen Euro. Das bereinigte EBITDA kletterte um knapp 47 Prozent auf 44 Millionen Euro, die Marge verbesserte sich von 7,6 auf 8,9 Prozent.

Noch deutlicher fällt der Blick auf den Auftragsbestand aus. Der Auftragseingang stieg auf 1.483 Millionen Euro, mehr als doppelt so viel wie im Vorjahr mit 701 Millionen Euro. Der Gesamtauftragsbestand erreichte mit 9.801 Millionen Euro ein neues Rekordniveau.

Für das Gesamtjahr hält der Vorstand an seinen Zielen fest. Hensoldt erwartet 2026 einen Umsatz von etwa 2.750 Millionen Euro und eine bereinigte EBITDA-Marge zwischen 18,5 und 19,0 Prozent.

F126-Aus bremst die Stimmung nicht

Ein Belastungsfaktor bleibt trotzdem bestehen. Das Bundesverteidigungsministerium hat entschieden, das Fregattenprogramm F126 nicht weiterzuführen. Stattdessen soll Deutschland künftig Fregatten der MEKO-A-200-Klasse beschaffen – vorbehaltlich der Zustimmung des Haushaltsausschusses im Bundestag.

Die Unterauftragnehmer des Projekts wurden bereits informiert. Trotz dieser Kurskorrektur hält Hensoldt an der Jahresprognose fest. Das spricht dafür, dass der Ausfall im Konzern verkraftbar bleibt.

Charttechnik spricht für die Bullen

Die Aktie notiert derzeit klar über ihren wichtigen Durchschnittslinien und bestätigt damit den intakten Aufwärtstrend. Mit einem RSI von 64,7 nähert sich der Titel der überkauften Zone, hat sie aber noch nicht erreicht. Die annualisierte Volatilität von 54,54 Prozent zeigt gleichzeitig: Schwankungen bleiben ein Thema.

Ende Juli entscheidet sich, ob die Rally trägt. Dann legt Hensoldt seine Halbjahreszahlen vor, Analysten rechnen mit einem Umsatz von rund 1,12 Milliarden Euro. Bestätigt das Unternehmen die Marge und den Auftragstrend aus dem ersten Quartal, hat der Kurs gute Chancen, sich über der 200-Tage-Linie zu behaupten.

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