Hensoldt Aktie: Morningstar stuft auf Buy hoch
Hensoldt steigert den Halbjahresumsatz um 23,6 Prozent und bestätigt den Jahresausblick, während Analysten die Aktie unterschiedlich bewerten.

- Morningstar hebt Hensoldt auf Buy
- MWB Research vergibt Sell-Rating
- 300 Millionen Euro für Oberkochen
- Halbjahresumsatz steigt auf 1.167 Millionen
Die Bewertung des Rüstungselektronik-Konzerns Hensoldt sorgt am Markt für geteilte Meinungen. Am 27. August stufte das Analysehaus Morningstar den Titel auf Buy hoch. Wenige Tage zuvor, am 19. August, hatte MWB Research dagegen ein Sell-Rating ausgesprochen.
Die Experten von MWB Research begründeten ihre Zurückhaltung insbesondere mit der Abhängigkeit des Unternehmens von Programmen für gepanzerte Fahrzeuge. Zudem hinterfragten sie die Zusammensetzung des Auftragsbestands. Dagegen heben optimistischere Stimmen die starke Positionierung des Sensorspezialisten im aktuellen europäischen Sicherheitsumfeld hervor.
Ausbau der industriellen Kapazitäten
Operativ treibt das Unternehmen seinen Ausbau voran. Verteidigungsminister Boris Pistorius weihte Mitte Juli einen Neubau in Oberkochen ein. In diesen Standort investierte das Unternehmen rund 300 Millionen Euro, um die Bereiche Entwicklung, Produktion und Service seiner Optronik-Sparte zusammenzuführen.
Das Werk bietet Raum für bis zu 900 zusätzliche Arbeitsplätze. Insgesamt plant der Konzern im laufenden Jahr rund 1.600 Neueinstellungen, um die steigende Nachfrage bedienen zu können. Mit der Übernahme des niederländischen Spezialisten Nedinsco erweitert Hensoldt zudem sein Portfolio im Bereich der Situationserkennung und Fahrer-Sichtsysteme.
Dieser personelle und infrastrukturelle Aufbau soll sicherstellen, dass anlaufende Rüstungsprojekte verlässlich abgearbeitet werden. Medienberichten zufolge sorgen allerdings politische Diskussionen über künftige deutsche Verteidigungsausgaben zeitweise für Zurückhaltung bei Investoren.
Ertragslage und Jahresausblick
Die Geschäftszahlen untermauern das Wachstum. Im ersten Halbjahr stiegen die Umsatzerlöse um 23,6 Prozent auf 1.167 Millionen Euro. Als wichtigste Treiber erwiesen sich dabei die beiden Kerngeschäftsbereiche Optronics und Sensors.
Das Management sieht das Unternehmen damit im Plan, die operativen Verpflichtungen zu erfüllen. Neben dem organischen Zuwachs setzt der Konzern auf eine verbesserte Skalierung, um die Ertragskraft trotz des hohen Investitionsvolumens stabil zu halten.
Für das Gesamtjahr bestätigte Hensoldt die Prognose eines Konzernumsatzes von etwa 2.750 Millionen Euro. Die bereinigte operative Marge vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen soll dabei zwischen 18,5 und 19,0 Prozent landen.
Chartbild im Fokus
An der Börse spiegeln sich die gegensätzlichen Faktoren in einem schwankungsanfälligen Handelsverlauf wider. Nach den deutlichen Kursgewinnen früherer Monate führten Gewinnmitnahmen und Bewertungsdebatten zuletzt zu einer spürbaren Konsolidierung.
Am heutigen Handelstag notiert die Hensoldt-Aktie bei 77,72 Euro, was einem leichten Zuwachs von 0,8 Prozent entspricht. Damit bewegt sich das Papier weiterhin unterhalb des 50-Tage-Durchschnitts von 83,17 Euro, der für chartorientierte Anleger als kurzfristige Orientierungsmarke gilt.
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