Hensoldt Aktie: Warburg hebt Kursziel auf 94 Euro
Warburg Research erhöht Kursziel für Hensoldt auf 94 Euro. Rekordauftragsbestand von 10,4 Milliarden Euro und starke Halbjahreszahlen stützen die positive Bewertung.

- Kursziel auf 94 Euro angehoben
- Rekordauftragsbestand von 10,4 Mrd. Euro
- Umsatzplus von 23,6 Prozent im H1
- Kooperation mit Bosch für Softwarezentrum
Ein Rüstungswert mit Rekordbüchern: Die Analysten von Warburg Research haben ihr Kursziel für Hensoldt am Donnerstag auf 94 Euro angehoben. Analyst Christian Cohrs begründet den Schritt mit dem Rekordauftragsbestand des Sensorik- und Verteidigungselektronik-Konzerns und einer starken Projektpipeline, die er als Kaufsignal wertet.
Auftragsbestand erreicht neue Höchstmarke
Der Auslöser für den Optimismus liegt in den jüngsten Geschäftszahlen. Am Dienstag meldete Hensoldt einen Auftragseingang im zweiten Quartal 2026 von 1,33 Milliarden Euro – ein Plus von 89 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Der Auftragsbestand kletterte damit auf einen Rekordwert von 10,4 Milliarden Euro. Für ein Unternehmen dieser Größenordnung ist das eine beachtliche Visibilität für die kommenden Jahre.
Bereits Ende Juli hatte der Konzern mit seinen Halbjahreszahlen die Grundlage für diese Dynamik gelegt. Der Umsatz stieg im ersten Halbjahr um 23,6 Prozent auf 1.167 Millionen Euro, das bereinigte EBITDA legte um 28,5 Prozent auf 137 Millionen Euro zu. Die bereinigte EBITDA-Marge verbesserte sich von 11,3 auf 11,8 Prozent. Der bereinigte Free Cashflow blieb mit minus 136 Millionen Euro zwar negativ, verringerte den Vorjahreswert von minus 181 Millionen Euro aber deutlich. Der Auftragseingang im ersten Halbjahr verdoppelte sich auf 2.812 Millionen Euro von 1.405 Millionen Euro im Vorjahr. Hensoldt bestätigte seine Jahresziele: einen Umsatz von rund 2.750 Millionen Euro, eine bereinigte EBITDA-Marge von 18,5 bis 19,0 Prozent und ein Book-to-Bill-Verhältnis von 1,5x bis 2,0x.
Kurs hat sich vom Zwischentief deutlich erholt
Die Aktie hat diese Nachrichtenlage bereits größtenteils eingepreist. Am Freitag schloss das Papier bei 90,50 Euro, ein Plus von 13,18 Prozent binnen sieben Handelstagen unterstreicht das Tempo der jüngsten Erholung. Zum 52-Wochen-Hoch von 117,70 Euro, das der Titel im Oktober 2025 markierte, bleibt allerdings noch ein Abstand von 23,11 Prozent – die Rally der vergangenen Wochen hat den früheren Höchststand also noch nicht erreicht.
Bosch-Kooperation bringt zusätzliche Softwarekapazitäten
Neben den Zahlen sorgte am Mittwoch eine Kooperationsvereinbarung mit Bosch für Aufmerksamkeit. Hensoldt errichtet in Leinfelden-Echterdingen bei Stuttgart ein Software- und Ingenieurszentrum mit rund 300 Arbeitsplätzen, wie das Handelsblatt berichtete. Der Standort soll sich auf softwaredefinierte Verteidigungstechnik und Engineering konzentrieren und richtet sich gezielt an Bosch-Mitarbeiter aus Systementwicklung, Softwareentwicklung und Elektrotechnik. Die Besetzung der Stellen ist bis Ende 2027 geplant. Für Hensoldt ist das ein Baustein, um die eigene Entwicklungskapazität im Softwarebereich auszubauen, ohne selbst in gleichem Umfang neue Ingenieure am Markt rekrutieren zu müssen.
Vorstand kaufte im Sommer eigene Aktien
Ein weiteres Signal für das Vertrauen in die Geschäftsentwicklung lieferte der Vorstand selbst. Ende Juni, als die Aktie noch deutlich niedriger notierte, kauften CEO Oliver Dörre und Vorstandsmitglied Inka Tews mehrfach eigene Hensoldt-Aktien zu Kursen zwischen rund 63 und 70 Euro. Dörre erwarb dabei mehrere Tranchen im mittleren fünfstelligen Eurobereich, Tews kleinere Positionen. Solche Insiderkäufe unmittelbar vor der jüngsten Kurserholung lesen sich rückblickend als frühes Vertrauensvotum in die eigene Wachstumsstory.
Abgeschlossen ist die operative Entwicklung damit noch nicht: Im Frühjahr hatte Hensoldt bereits die Übernahme des niederländischen Optronik-Spezialisten Nedinsco finalisiert, um Lieferketten abzusichern und Produktionskapazitäten im Optronics-Segment zu erweitern. Die nächste Standortbestimmung für Anleger folgt mit den Q3-Zahlen, die für den 5. November erwartet werden.
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