Hensoldt: Q1-Zahlen am 6. Mai erwartet
Chinas Exportbeschränkungen belasten Hensoldt kaum, da Taiwan auf US-Rüstung setzt. Analysten sehen Kurspotenzial.

- Aktie erholt sich nach Sanktionsschock
- Taiwan: Keine Auswirkungen auf Beschaffung
- Analysten bestätigen Kaufempfehlungen
- Quartalszahlen am 6. Mai erwartet
Peking setzt sieben europäische Rüstungsunternehmen auf eine Exportkontrollliste — Hensoldt ist dabei. Der Schritt vom 24. April war historisch: Erstmals verhängt China derartige Maßnahmen gegen EU-Konzerne im Zusammenhang mit Waffenlieferungen an Taiwan. Die Märkte reagierten zunächst mit Verkäufen, die Hensoldt-Aktie verlor innerhalb von sieben Tagen rund elf Prozent.
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Taiwans Verteidigungsminister dämpft Bedenken
Der Grund für die Erholung kommt aus Taipeh. Verteidigungsminister Wellington Koo erklärte, die chinesischen Sanktionen gegen europäische Hersteller hätten keine Auswirkungen auf Taiwans Verteidigungsbeschaffung. Die Begründung ist nachvollziehbar: Taiwan bezieht den Großteil seiner Militärausrüstung aus den USA. Strategische Großsysteme aus Europa — Kampfjets etwa — hat die Insel seit rund 30 Jahren nicht mehr gekauft. Der operative Schaden durch die Exportbeschränkungen bleibt damit überschaubar.
An der Börse wurde diese Einschätzung prompt eingepreist. Die Aktie notiert aktuell bei 73,32 Euro, rund 16 Prozent über ihrem 52-Wochen-Tief von 62,75 Euro — wenngleich der Abstand zum Rekordhoch von 115,10 Euro aus dem Oktober 2025 weiterhin erheblich ist.
Struktureller Rückenwind bleibt intakt
Jefferies und die Deutsche Bank führen die Aktie mit „Buy“-Ratings und Kurszielen zwischen 90 und 101 Euro. Beide Häuser verweisen auf eine fundamental stabile Lage der Branche — trotz geopolitischer Reibungsverluste.
Daten des Bundesverbandes der Deutschen Sicherheits- und Verteidigungsindustrie stützen dieses Bild. Seit Beginn des Ukraine-Krieges 2022 ist die Zahl der Mitgliedsunternehmen auf 550 gestiegen. Hensoldt zählt zu den Konzernen, die ihre Kapazitäten in dieser Zeit besonders stark ausgebaut haben.
Im vierten Quartal 2025 steigerte Hensoldt den Umsatz auf 919 Millionen Euro. Der Gewinn je Aktie fiel mit 1,03 Euro unter den Vorjahreswert von 1,33 Euro — die Markterwartung für das Gesamtjahr 2026 liegt dennoch bei 1,77 Euro je Aktie.
Lieferketten im Fokus
Eine offene Flanke bleibt die Rohstoffabhängigkeit. Die EU bezieht rund 46 Prozent ihrer Seltenen Erden aus China — Materialien, die in Sensoren, Radarsystemen und anderen Dual-Use-Komponenten stecken. Wie stark Hensoldt davon betroffen ist und wie das Unternehmen gegensteuert, wird sich am 6. Mai zeigen. Dann legt der Konzern die Quartalszahlen für das erste Quartal 2026 vor — der erste Bericht seit Verhängung der Sanktionen.
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