Hermes Aktie: Berenberg zieht die Reißleine!

Hermès steigerte den Quartalsumsatz, blieb jedoch hinter den Erwartungen; beide Analysehäuser senkten ihre Kursziele.

Die Kernpunkte:
  • Berenberg wechselte von Kaufen zu Halten
  • RBC behielt „Sector Perform“ bei
  • Quartalsumsatz wuchs währungsbereinigt um 4,3 Prozent
  • Unruhen beeinträchtigten den Umsatz bislang nicht

Bei Hermès führen schwächere Wachstumssignale zu unterschiedlichen Bewertungen: Berenberg hat seine Kaufempfehlung aufgegeben, während RBC Capital seine neutrale Einschätzung beibehielt. Beide Häuser senkten am 23. Oktober ihre Kursziele. Für Anleger liegt die entscheidende Unterscheidung damit zwischen einem weiterhin wachsenden Geschäft und den Erwartungen, die dieses Wachstum an der Börse erfüllen soll.

Zwei Kursziele, unterschiedliche Konsequenzen

Medienberichten zufolge stufte Berenberg Hermès am 23. Oktober von Kaufen auf Halten ab. Das Kursziel sank von 1.850 Euro auf 1.230 Euro. Als Gründe nannte das Haus schwächeres Wachstum und die anhaltende Schwäche in China.

Damit ging Berenberg über eine reine Anpassung des Bewertungsziels hinaus: Auch die Empfehlung änderte sich. Die Begründung stellt sowohl das Wachstumstempo als auch die regionale Nachfrage in den Mittelpunkt.

RBC Capital reduzierte sein Kursziel am 23. Oktober dagegen von 1.600 Euro auf 1.500 Euro. Medienberichten zufolge behielt das Haus die Einstufung „Sector Perform“ bei. Anlass war der unter den Erwartungen gebliebene Quartalsumsatz.

Beide Reaktionen weisen somit in dieselbe Richtung, unterscheiden sich aber in ihrer Konsequenz. Berenberg nahm die Kaufempfehlung zurück; RBC änderte das Kursziel, nicht jedoch das Urteil.

Wachstum und Erwartungen auseinanderhalten

Hermès meldete für das dritte Quartal 2026 einen Umsatz von 4,096 Milliarden Euro. Währungsbereinigt entsprach das einem Wachstum von 4,3 Prozent. Die verfehlten Erwartungen bedeuten also keinen Umsatzrückgang, sondern ein Wachstum, das die Erwartungen nicht erfüllte.

Für die Einordnung ist diese Trennung wesentlich. Eine positive Geschäftsentwicklung und sinkende Analystenziele schließen sich nicht aus. Hier treffen steigende Erlöse auf vorsichtigere Einschätzungen des weiteren Wachstumstempos.

Bloomberg berichtete zugleich von währungsbereinigt stagnierenden Verkäufen in der Region einschließlich China im dritten Quartal 2026. Das passt zu der regionalen Schwäche, die Berenberg als Belastung anführte.

Sicherheitsmaßnahmen ohne gemeldete Umsatzfolgen

Eine andere Belastung beschrieb Finanzchef Eric du Halgouet am 22. Oktober gegenüber Reuters. Hermès verstärkte nach Unruhen die Sicherheit seiner französischen Geschäfte. Zu den Vorfällen gehörte die Plünderung eines Geschäfts in Marseille.

Nach seinen Angaben hatten die Unruhen bis dahin keine Auswirkungen auf den Umsatz. Damit ist zwischen einer operativen Vorsichtsmaßnahme und einer nachgewiesenen Geschäftsbelastung zu unterscheiden. Für die vorsichtigeren Analystenurteile bleiben das schwächere Wachstum und die Nachfrage in China die ausdrücklich genannten Argumente.

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