Hermes Aktie: Luxus-Primus unter Druck
Schwache Asien-Erlöse und verfehlte Erwartungen belasteten Hermes; Lederwaren wuchsen weiter, die DZ Bank hält an ihrer Kaufempfehlung fest.

- Asien-Umsatz im dritten Quartal unverändert
- Konzernumsatz währungsbereinigt um 4,3 Prozent gestiegen
- Hermes-Aktie verlor am Donnerstag acht Prozent
- DZ Bank senkte fairen Wert auf 1.600 Euro
Der Branchenprimus der Luxusbranche steuert auf sein schwächstes Börsenjahr seit dem Gang aufs Parkett 1993 zu. Nach den Quartalszahlen rutschte die Aktie am Donnerstag um 8 Prozent ab. Ein Ende des Abwärtstrends ist nicht in Sicht.
China-Schwäche belastet
Auslöser war die Region Asien-Pazifik, zu der Hermes auch China zählt, Japan aber nicht. Dort stagnierte der um Währungseffekte bereinigte Umsatz im dritten Quartal. Erwartet worden war ein Wachstum von knapp 1,6 Prozent. Die asiatischen Märkte galten in den vergangenen Jahren als Wachstumsgarant.
Konzernweit legten die Erlöse währungsbereinigt um 4,3 Prozent auf fast 4,1 Milliarden Euro zu. Auch das blieb hinter den Erwartungen zurück. Amerika und Europa liefen besser als Asien. Konzernchef Axel Dumas sprach von einem „komplexen Umfeld“, in dem Hermes Kurs halte.
Jefferies-Analyst James Grzinic sah die zuletzt ohnehin gesenkten Erwartungen verfehlt. Abseits der Ledersparte habe sich der Rückstand in den übrigen Kategorien auf ein bislang unerreichtes Niveau vergrößert. RBC sprach von durchwachsenen Resultaten.
Kurs auf dem Niveau von 2022
Die Aktie schloss am Ende des EuroStoxx 50 bei 1.248 Euro. Seit Jahresbeginn beträgt das Minus mehr als 40 Prozent. So wenig war das Papier zuletzt im Herbst 2022 wert.
Vom Rekordhoch bei 2.957 Euro im Frühjahr 2025 ist die Aktie weit entfernt. Der Börsenwert liegt nur noch bei gut 130 Milliarden Euro, in der Spitze waren es mehr als 310 Milliarden. Rund zwei Drittel der Anteile hält die Gründerfamilie.
Auch LVMH geriet unter Druck. Das Jahresminus des Konkurrenten weitete sich auf etwa 40 Prozent aus.
Analysten bleiben konstruktiv
Ganz ohne Lichtblicke ist das Bild nicht. Die Hauptsparte Leder- und Sattlerwaren setzte ihren Wachstumspfad fort. Die DZ Bank senkte den fairen Wert von 1.800 auf 1.600 Euro, beließ die Einstufung aber auf „Kaufen“. Analystin Katharina Schmenger verwies auf die abgeschwächte Wachstumsdynamik. Der chinesische Markt bleibe anspruchsvoll, treffe Lederwaren aber nicht, was die Polarisierung im Luxusmarkt verdeutliche.
Charttechnisch sehen Marktbeobachter den Abwärtstrend weiterhin als intakt. Solange die Lederwaren die Schwäche in Mode und anderen Kategorien nicht ausgleichen, dürfte Asien der Gradmesser für die Kursentwicklung bleiben.
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