Hewlett Packard Enterprise Aktie: Rechenpower für den Mond

HPEs Rechner soll Ende 2026 mit einem Rover zum Mond starten; zugleich stiegen HPE- und Dell-Aktien nach Super Micros Prognoseanhebung.

Die Kernpunkte:
  • Mondmission mit Astrolabs FLIP-Rover geplant
  • LINPACK- und HPCG-Tests vorgesehen
  • NASA und Deloitte liefern KI-Systeme
  • HPE-Aktie legte rund fünf Prozent zu

Ein HPE-Rechner soll bald auf der Mondoberfläche arbeiten. Der Konzern kündigt an, dass sein Modul Spaceborne Computer-4 künstliche Intelligenz und erste Hochleistungsrechen-Benchmarks auf dem Mond ausführen soll. Parallel dazu profitierte die Aktie von der KI-Euphorie rund um Super Micro.

Ein Rechner für den Lunar Edge

Das Modul soll auf dem FLIP-Rover von Astrolab mitfliegen. Der Start ist für Ende 2026 im Rahmen des NASA-Programms Commercial Lunar Payload Services geplant. Voyager Technologies‘ Lander Griffin-1 soll den Rover in der Südpolregion absetzen.

HPE beschreibt das System als leichtes, lüfterloses Modul mit stromsparender CPU und GPU. Die Flash-Speicher stammen von KIOXIA. An Bord sollen unter anderem Sprachmodelle laufen, die visuelle Daten auswerten und autonome Überwachung unterstützen. Hinzu kommen Tests zur Verarbeitung von LiDAR-Daten für Kartierung und Navigation.

Nach Unternehmensangaben wären es die ersten Hochleistungsrechen-Benchmarks auf der Mondoberfläche. Konkret plant HPE die Tests LINPACK und HPCG.

NASA und Deloitte als Partner

Auch Partner beteiligen sich. NASA will im Experiment FLUID ein neuronales Netz einsetzen, das mit Daten von der Erde, vom Mond und von der Internationalen Raumstation trainiert wurde. Deloitte steuert mit Silent Shield ein System zur Erkennung von Cyberangriffen bei.

Die Bodenstation von Astrolab im kalifornischen Hawthorne läuft laut HPE auf HPE Private Cloud und CloudOps Software. Damit liefert der Konzern auch den irdischen Unterbau der Mission.

Finanziell dürfte das Projekt kaum ins Gewicht fallen. Der Nutzen liegt eher im Image: HPE positioniert sich als Anbieter robuster KI-Infrastruktur am äußersten Rand des Netzwerks.

Rückenwind durch Super Micro

An der Börse sorgte zuletzt ein anderer Impuls für Bewegung. Super Micro hob die Prognose für das erste Geschäftsquartal kräftig an und erwartet nun 18,5 bis 19,5 Milliarden Dollar Umsatz, getrieben von der Nachfrage nach KI-Plattformen. Im nachbörslichen US-Handel zogen die Papiere von Super Micro um rund 15 Prozent an.

HPE legte dabei um etwa fünf Prozent zu, Dell um sechs Prozent. Marktbeobachter werten das als Signal, dass Anleger die Zahlen als Beleg für die Nachfrage nach KI-Infrastruktur insgesamt lesen.

Ob die Anbieter diese Aufträge auch profitabel abwickeln, zeigt sich bei Super Micro erst mit den vollständigen Zahlen am 3. November. Die Margen fielen dort zuletzt deutlich niedriger aus als noch vor einem Jahr, ein Punkt, den auch die Konkurrenz im Blick haben dürfte.

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