Hexagon AB Aktie: Kursrutsch trotz Rekordquartal

Hexagon meldet das beste Quartal seit fünf Jahren, die Aktie bricht dennoch um 19 Prozent ein. Anleger sorgen sich um die Integration von Waygate.

Die Kernpunkte:
  • Stärkstes Quartal seit 2021
  • Aktie stürzt um 19 Prozent ab
  • Übernahme von Waygate geplant
  • Restrukturierung bis Ende Q3 2026

Hexagon legt das nach eigenen Angaben stärkste Quartal seit fünf Jahren vor – und der Markt straft es trotzdem ab. Der schwedische Messtechnik-Konzern meldete zweistelliges organisches Wachstum, steigende Margen und den Abschluss seines großen Konzernumbaus. Die Aktie reagierte dennoch mit einem deutlichen Kursrutsch von rund 19 Prozent. Ein Signal, dass Anleger offenbar weiterreichende Sorgen umtreibt als nur das abgelaufene Quartal.

Organisches Wachstum auf Fünfjahreshoch

Im zweiten Quartal stieg der Umsatz auf 1.050,2 Millionen Euro, das operative Wachstum lag bei 12 Prozent – der höchste Wert seit 2021. Die EBITAC-Marge kletterte auf 24,3 Prozent, gut drei Prozentpunkte über dem Vorjahreswert ohne die verkaufte D&E-Sparte. Das bereinigte Ergebnis je Aktie legte auf 7,8 Cent zu, ein Plus von 13 Prozent.

Auch operativ lief es rund. Die Cash-Conversion-Rate erreichte 149 Prozent, die Nettoverschuldung sank binnen eines Quartals von 1.221 auf 532 Millionen Euro. Das entspricht einem Verschuldungsgrad von 0,3 – weit unter der eigenen Zielmarke von 2,5 und damit reichlich Spielraum für weitere Zukäufe.

Portfolioumbau abgeschlossen, Waygate in der Pipeline

Im Mai schloss Hexagon die Abspaltung seiner Sparte Octave ab, die anschließend sowohl in Stockholm als auch in New York gelistet wurde. Damit ist das Unternehmen künftig konsequent auf Präzisionsmessung und Positionierungstechnologie fokussiert. Parallel treibt Hexagon Zukäufe im Kerngeschäft voran: Für rund 630 Millionen Dollar Umsatzbasis wurde die Übernahme von Waygate Technologies angekündigt, einem Geschäft von Baker Hughes im Bereich der zerstörungsfreien Werkstoffprüfung. Der Abschluss ist für die zweite Jahreshälfte 2026 geplant.

Bei den Segmenten lief es unterschiedlich: Autonomous Solutions wuchs organisch um 20 Prozent, Manufacturing Intelligence um 13 Prozent, während Infrastructure & Geospatial mit 4 Prozent das Schlusslicht bildete – allerdings eine klare Verbesserung gegenüber dem Vorjahresminus.

Skepsis trotz starker Kennzahlen

Der massive Kursrücksetzer trotz eines von Hexagon selbst als „exzellent“ bezeichneten Quartals zeigt: Anleger blicken offenbar mehr auf die Risiken als auf die Zahlen der Vergangenheit. Die Integration des vergleichsweise margenschwachen Waygate-Geschäfts dürfte einige Zeit brauchen. Die Investitionen in die Humanoid-Robotik-Plattform AEON kosteten im Quartal rund 10 Millionen Euro, für das Gesamtjahr plant Hexagon mit etwa 50 Millionen Euro – Geld, das erst nach der geplanten Kommerzialisierung Ende 2026 Rückflüsse bringen soll.

Hinzu kommt die Frage nach der Nachhaltigkeit des Wachstums: Der Automobilsektor bleibt schwach, die Landwirtschaft ebenfalls, und der Bausektor erholt sich nur langsam. Das Management selbst dämpfte zudem die Erwartungen an den Währungsrückenwind, der im zweiten Quartal noch half.

Das laufende Restrukturierungsprogramm soll bis Ende des dritten Quartals 2026 abgeschlossen sein und dann volle Einsparungen von rund 74 Millionen Euro pro Jahr liefern. Ob das reicht, um die Zweifel des Marktes an der Wachstumsstory zu zerstreuen, dürfte sich spätestens zeigen, wenn im vierten Quartal die Waygate-Übernahme final unter Dach und Fach ist.

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