Hims & Hers Aktie: FDA greift durch
Die US-Gesundheitsbehörde FDA verschärft die Regulierung für Telemedizin-Anbieter. Hims & Hers verliert die rechtliche Grundlage für Nachahmer-Medikamente und setzt nun auf internationale Expansion.

- FDA verschickt Warnschreiben an 30 Unternehmen
- Novo Nordisk verklagt wegen Patentverletzung
- Rechtliche Grundlage für Nachahmer-Präparate entfällt
- Expansion durch Übernahme von Eucalyptus geplant
- Umsatz stieg 2025 um 59 Prozent
Die US-Gesundheitsbehörde FDA setzt die Telemedizin-Branche unter Druck. Am 4. März 2026 verschickte die Behörde Warnschreiben an 30 Unternehmen – darunter auch Partner von Hims & Hers. Der Vorwurf: unsachgemäße Vermarktung von nachgemachten Abnehm-Medikamenten. Für das Unternehmen, das mit günstigen Versionen populärer GLP-1-Präparate erfolgreich war, wird die Luft dünner.
Rückzieher beim Wegovy-Nachbau
Parallel zu den FDA-Warnungen verschärft sich auch die rechtliche Lage. Im Februar 2026 verklagte Pharmakonzern Novo Nordisk das Unternehmen wegen Patentverletzung bei nachgemachtem Semaglutid. Die erst kürzlich eingeführte Tabletten-Version des Blockbuster-Medikaments Wegovy verschwand daraufhin wieder vom Markt.
Am 3. März 2026 vollzog Strive Pharmacy, ein wichtiger Produktionspartner, eine bemerkenswerte Kehrtwende. Die Apotheke bestätigte, dass die kompoundierte Wegovy-Pille nicht wieder eingeführt wird – nachdem zuvor noch das Gegenteil kommuniziert worden war. Ein klares Signal: Der einfache Weg zu günstigen Abnehm-Medikamenten ist versperrt.
Das Ende der Versorgungslücke
Die bisherige Geschäftsgrundlage schmilzt zusehends. Hims & Hers nutzte bislang offiziell festgestellte Lieferengpässe bei Diabetes- und Abnehm-Medikamenten, um eigene Versionen anzubieten. Doch die FDA hat die Versorgungslücken bei Tirzepatid und Semaglutid inzwischen für behoben erklärt. Damit entfällt die rechtliche Grundlage für die massenhafte Herstellung dieser individualisierten Präparate.
Die Umstellung hinterlässt finanzielle Spuren. Im vierten Quartal 2025 sank die Bruttomarge auf 71,9 Prozent. Das Management warnte bereits vor kurzfristigen Umsatzbelastungen durch veränderte Lieferzyklen im Abnehm-Segment.
Internationaler Wachstumskurs als Gegenstrategie
Trotz regulatorischer Gegenwind zeigen die Gesamtzahlen deutliches Wachstum. 2025 steigerte Hims & Hers den Umsatz um 59 Prozent auf 2,35 Milliarden Dollar. Der Nettogewinn erreichte 128,4 Millionen Dollar, das bereinigte EBITDA kletterte auf 318 Millionen Dollar. Die Nutzerbasis überschritt die Marke von 2,5 Millionen Abonnenten.
Um vom regulatorisch schwierigen US-Markt unabhängiger zu werden, setzt das Unternehmen auf aggressive Expansion. Für bis zu 1,15 Milliarden Dollar soll die globale Gesundheitsplattform Eucalyptus übernommen werden, die in Australien, Japan, Deutschland und Großbritannien aktiv ist. Rund 240 Millionen Dollar werden bei Abschluss fällig, der Rest verteilt sich auf Ratenzahlungen bis Anfang 2029. Die Transaktion soll Mitte 2026 abgeschlossen sein.
Auch Kanada rückt in den Fokus: Nach der Übernahme der digitalen Abnehm-Plattform Livewell ernannte Hims & Hers Austin Kouri zum Kanada-Chef. Die internationalen Erlöse stiegen um rund 400 Prozent. Das erklärte Ziel: innerhalb von drei Jahren über eine Milliarde Dollar Jahresumsatz außerhalb der USA.
Die Frage bleibt, ob die internationale Offensive schnell genug greift, um den Druck im Heimatmarkt zu kompensieren. Die nächsten Quartale werden zeigen, wie stark das Kerngeschäft mit Abnehm-Medikamenten tatsächlich leidet – und ob die globale Strategie aufgeht.
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