Hims & Hers Aktie: Wachstumsdelle nach Strategiewechsel
Der Telemedizin-Anbieter wechselt zu teuren Original-Abnehmmedikamenten, was Umsatzprognosen und Profitabilität drückt. Analysten senken ihre Erwartungen deutlich.

- Umsatzprognose für Q1 2026 unter Analystenerwartungen
- Wechsel von Eigenmischungen zu Originalpräparaten belastet Margen
- Mehrere Banken korrigieren ihre Kursziele nach unten
- Hohe Leerverkaufsposition belastet die Aktie
Hims & Hers Health vollzieht einen riskanten Spagat im boomenden Markt für Abnehmpräparate. Um rechtliche Konflikte zu beenden, vertreibt der Telemedizin-Anbieter nun teure Originalmedikamente statt margenstarker Eigenmischungen. Diese strategische Neuausrichtung fordert ihren Tribut bei den kurzfristigen Wachstumsaussichten und ruft skeptische Analysten auf den Plan.
Analysten schrauben Erwartungen zurück
Am Montag senkte TD Cowen das Kursziel für den Telemedizin-Spezialisten auf 23 US-Dollar. Auslöser für diesen Schritt ist die jüngste Umsatzprognose für das erste Quartal 2026. Mit angepeilten 600 bis 625 Millionen US-Dollar bleibt das Unternehmen spürbar unter den Konsensschätzungen der Wall Street von gut 653 Millionen US-Dollar.
Auch auf Gesamtjahressicht zeigt sich eine deutliche Abkühlung. Nach einem rasanten Umsatzsprung von 59 Prozent im Vorjahr rechnen Marktbeobachter nun mit einem spürbar langsameren Tempo. Zuvor hatten bereits die Deutsche Bank und Truist Securities ihre Kursziele aufgrund dieses Wachstums-Resets nach unten korrigiert.
Originalpräparate belasten die Profitabilität
Der Hauptgrund für die verhaltenen Aussichten liegt im veränderten Produktmix. Hims & Hers hat ein neues Abnehm-Abonnement eingeführt, das direkten Zugang zu Markenmedikamenten wie Wegovy und Ozempic bietet. Diese Kooperation mit Novo Nordisk beendet zwar frühere Rechtsstreitigkeiten um nachgemachte Semaglutid-Präparate, geht aber zulasten der Profitabilität.
Der Wechsel von hochmargigen Eigenkreationen zu teuren Drittanbieter-Medikamenten drückt die Bruttomarge voraussichtlich von zuletzt 73,8 Prozent auf rund 72 Prozent im laufenden Geschäftsjahr. Gleichzeitig dürfte die EBITDA-Marge von 13,5 auf 12,0 Prozent sinken, da die prozentualen Gewinnanteile beim Vertrieb der Originalpräparate deutlich geringer ausfallen.
Hohe Volatilität durch Leerverkäufer
An der Börse spiegelt sich diese Übergangsphase in starken Kursschwankungen wider. Mit einem aktuellen Preis von rund 18,50 US-Dollar notiert das Papier zwar etwa 22 Prozent unter dem durchschnittlichen Analystenziel, gilt aber nach einem Rückgang von fast 30 Prozent innerhalb eines Monats technisch als überverkauft.
Ein wesentlicher Treiber für die Nervosität bleibt die massive Positionierung von Leerverkäufern. Knapp 40 Prozent der frei handelbaren Aktien sind derzeit leerverkauft. In den kommenden Quartalen wird sich der Fokus der Investoren auf die operativen Kennzahlen der neuen Novo-Nordisk-Partnerschaft richten. Gelingt es Hims & Hers, durch das Angebot der Originalmedikamente das Abonnentenwachstum stark genug anzukurbeln, könnten die höheren absoluten Nutzerzahlen den prozentualen Margenrückgang ausgleichen.
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