Hims & Hers Aktie: Wende oder Strohfeuer?

Der Telemedizinanbieter Hims & Hers verzeichnete einen starken Kurssprung, obwohl die Margen durch einen Strategiewechsel schrumpfen und die Q1-Prognose Analystenerwartungen unterschreitet.

Die Kernpunkte:
  • Kurssprung von 9% trotz Branchenrückgang
  • Strategiewechsel belastet langfristig die Margen
  • Ambitionierte Jahresziele trotz schwacher Q1-Prognose
  • Internationales Wachstum und geplante Übernahme

Ein Kurssprung von knapp 9 Prozent an einem einzigen Handelstag — während der gesamte Gesundheitssektor um 5,4 Prozent einbrach. Hims & Hers hat am 13. April für Aufsehen gesorgt. Ob dahinter echte Substanz steckt oder nur kurzfristige Stimmungsumschwünge, lässt sich erst mit den anstehenden Quartalszahlen beurteilen.

Getrübter Ausblick auf Q1

Das Management hat die Messlatte für das erste Quartal 2026 bewusst tief gelegt. Die Umsatzprognose von 600 bis 625 Millionen Dollar liegt spürbar unter dem Analystenkonsens von 653 Millionen Dollar. Verantwortlich dafür ist vor allem ein einmaliger Erlösausfall von 65 Millionen Dollar, der aus veränderten Versandabläufen im Gewichtsmanagement-Segment resultiert. Hinzu kamen erhöhte Werbeausgaben rund um den Super Bowl, die das EBITDA im ersten Quartal zusätzlich belasteten.

Für das Gesamtjahr bleibt das Management ambitionierter: Der Umsatz soll auf 2,7 bis 2,9 Milliarden Dollar steigen, das bereinigte EBITDA auf 300 bis 375 Millionen Dollar.

Vom Hersteller zum Händler — zu welchem Preis?

Der eigentliche Grund für den rund 40-prozentigen Kursrückgang seit Jahresbeginn liegt tiefer. Im März einigte sich Hims & Hers mit Novo Nordisk auf einen Strategiewechsel: Statt weiterhin hochmargige, selbst hergestellte Kompositpräparate zu vertreiben, verkauft das Unternehmen künftig FDA-zugelassene Produkte wie Ozempic und Wegovy. Der Rechtsstreit mit Novo Nordisk wurde damit beigelegt — die Margen jedoch schrumpfen.

Als reiner Vertriebskanal für Markenprodukte verdient Hims & Hers deutlich weniger als als Hersteller. Verschärft wird die Lage durch Amazons Einstieg in den Telemedizin-Markt, der den Preisdruck auf Abonnements und Medikamente weiter erhöht.

Langfristige Plattform-Ambitionen

Abseits des GLP-1-Segments setzt das Management auf eine breitere Gesundheitsplattform. Personalisierte Behandlungen decken inzwischen rund 65 Prozent der Abonnenten ab. Neue Bereiche wie Testosteron-Therapie und Menopause-Behandlung zeigen laut Unternehmensangaben erste positive Signale.

International wächst das Geschäft schnell: 2025 legte der Auslandsumsatz um rund 400 Prozent auf 134 Millionen Dollar zu, für 2026 werden mindestens 200 Millionen Dollar erwartet. Den größten Wachstumsschub soll die geplante Übernahme des australischen Telemedizin-Unternehmens Eucalyptus für 1,15 Milliarden Dollar bringen — der Abschluss ist für Mitte 2026 geplant, steht aber noch unter Regulierungsvorbehalt.

Bewertung und Insideraktivität

Mit einem Kurs-Umsatz-Verhältnis von rund 2x auf Basis von 2,35 Milliarden Dollar Jahresumsatz notiert die Aktie deutlich unter ihrem historischen Median von 3,3x. Elf Analysten haben in den vergangenen sechs Monaten Kursziele veröffentlicht, der Median liegt bei 24 Dollar.

Auffällig: Insider verkauften in den vergangenen drei Monaten Aktien im Wert von 3,4 Millionen Dollar — Käufe wurden keine gemeldet. Wenn die Q1-Zahlen erscheinen und die Eucalyptus-Transaktion regulatorisch grünes Licht erhält, werden beide Ereignisse zeigen, ob das Unternehmen seinen Margenverlust im GLP-1-Segment tatsächlich durch Plattformwachstum kompensieren kann.

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